Manipulierte Gasleitung in Mehrfamilienhaus in Dortmund: Vorwürfe gegenüber dem Retter

mlzExplosionsgefahr

Durch Zufall entdeckte ein Donetz-Mitarbeiter eine manipulierte Gasleitung in einem Haus und verhinderte Schlimmstes. Die Anwohner sind verunsichert und machen dem Retter sogar Vorwürfe.

Oespel

, 06.02.2020, 18:38 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Menschen in Dortmund-Oespel sind aufgewühlt. „Hier ist ja Schlimmes los“, sagte eine Anwohnerin gegenüber unserer Redaktion. Erst müsse sie von einer Beschattung eines möglichen Bandido-Mitglieds lesen, und jetzt hätten Unbekannte auch noch die Gasleitung im Keller eines Mehrfamilienhaus manipuliert.

Während der Verdächtige aus dem Rockermilieu nach der Vernehmung wieder entlassen wurde, dauern die Ermittlungen zur manipulierten Gasleitung im Wohnhaus an der Borussiastraße 2 an. „Ein Funke wäre ausreichend gewesen, um das explosive Luft-Gasgemisch zu entzünden“, erklärte Staatsanwältin Sandra Lücke am Mittwoch (5. 2.).

Manipulierte Gasleitung: Warum hat der Mann so lange gewartet?

Der tödlichen Gefahr sind die Bewohner und wahrscheinlich auch die Nachbarn nur durch Zufall entkommen. Denn ein Mitarbeiter des Dortmunder Netzbetreibers Donetz, der dort am 28. Januar privat unterwegs war, hatte den Gasgeruch wahrgenommen.

Zwei Tage später ist er dienstlich zu dem Haus gefahren und hat mittels eines Messgeräts eine erhöhte Gaskonzentration in der Luft festgestellt.

„Warum hat der Mann so lange gewartet?“, fragte eine empörte Oespelerin, die sich am Donnerstag (6. 2.) telefonisch in der Redaktion gemeldet hat. Das sei unverantwortlich gewesen, das Haus hätte doch schon früher explodieren können.

Die negative Stimmung gegenüber dem Retter gefällt Staatsanwältin Sandra Lücke nicht. „Der Mann hat eine Katastrophe verhindert, dass kann man gar nicht genug hervorheben.“

Donetz-Mitarbeiter glaubte, flüchtigen Gasgeruch noch in der Nase zu haben

Sein verzögertes Handeln erklärt sie so: „Der Mitarbeiter arbeitet täglich an Gasleitungen, deshalb ist er zunächst davon ausgegangen, diesen flüchtigen Gasgeruch noch in der Nase gehabt zu haben.“ Glücklicherweise, betont Lücke, sei er dann doch seinem Anfangsverdacht nachgegangen.

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Einen Tatverdächtigen konnte die Polizei bislang nicht festnehmen. Das beunruhigt auch die Bewohner und unmittelbaren Nachbarn. „Wir sind alle sehr betroffen. Es ist kein schönes Gefühl nicht zu wissen, wer dafür verantwortlich ist. Damit bleibt natürlich die Angst, dass so etwas wieder passieren kann. Es ist eine schreckliche Vorstellung, dass unser Haus und alle Bewohner mit in die Luft geflogen wären“, sagt eine Bewohnerin aus dem Nachbarhaus.

Auch länger zurückliegende Beobachtungen können helfen

Zeugen können sich beim Kriminaldauerdienst unter der Rufnummer (0231) 132 74 41 oder bei jeder Polizeidienststelle melden. Gegebenenfalls könnten auch Beobachtungen, die schon längere Zeit zurückliegen, bei den Ermittlungen helfen.

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