Beinahe-Explosion in einem Mehrfamilienhaus: Staatsanwaltschaft wartet auf DNA-Ergebnisse

mlzManipulierte Gasleitung

Eine manipulierte Gasleitung in einem Mietshaus Ende Januar hat die Anwohner aufgeschreckt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt noch. Ein Bewohner war jetzt als Zeuge geladen.

Oespel

, 11.03.2020, 17:10 Uhr / Lesedauer: 2 min

Lars (25), Maschinenbau-Student, kann sich noch gut an den Moment erinnern, als ihn die Nachricht von der manipulierten Gasleitung erreichte: „Ich saß in der Uni-Bibliothek, als mich meine Mitbewohnerin anrief.“

Der Vorfall liegt eine Weile zurück, am 30. Januar erfuhren die Bewohner eines Mehrfamilienhauses in Dortmund-Oespel, dass sie nur knapp einer Katastrophe entgangen waren. Verhindert wurde sie von einem Donetz-Mitarbeiter, der zufällig vor Ort war und den flüchtigen Gasgeruch wahrgenommen hatte.

Manipulierte Gasleitung: „Das war alles so unwirklich“

„Als ich nach Hause kam, war die Kriminalpolizei da. Sie erzählte uns von den überschrittenen Grenzwerten, von der Manipulation und von der möglichen Explosion“, berichtet der Student einer Wohngemeinschaft. Sie alle seien fassungslos und perplex gewesen. „Das war alles so unwirklich.“

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Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft zu der Manipulation dauern derweil an. „Einen Tatverdächtigen haben wir bislang nicht“, berichtet Staatsanwältin Sandra Lücke auf Anfrage. Aktuell würden die DNA-Spuren ausgewertet, die Resonanz auf den Zeugen-Aufruf sei gering gewesen.

Student der WG musste als Zeuge ins Polizeipräsidium kommen

Einer der Zeugen war Student Lars, der am Mittwoch (11.3.) zu einer so genannten Wahl-Lichtbildvorlage ins Polizeipräsidium kommen musste. Das sei eine allgemeine Ermittlungsmaßnahme, erklärt Sandra Lücke. Den Zeugen würden Bilder von „realen und nicht-existierenden Personen“ gezeigt. Mehr Details zum Fall Oespel wollte sie nicht nennen.

Die Bewohner dieses Mehrfamilienhauses und wahrscheinlich auch die der Nachbarhäuser sind nur knapp einer Katastrophe entgangen.

Die Bewohner dieses Mehrfamilienhauses und wahrscheinlich auch die der Nachbarhäuser sind nur knapp einer Katastrophe entgangen. © (A) Beate Dönnewald

„Ich sollte mir acht DIN A4-Blätter mit Fotos anschauen, erkannt habe ich aber niemanden darauf“, berichtet der 25-Jährige. Er sei als einziger Bewohner befragt worden, weil „ich mal jemanden zum Ablesen des Gaszählers ins Haus gelassen hatte.“

Angst habe er seit dem Vorfall nicht, erzählt der 25-Jährige. „Ich schlafe auch nicht schlecht deshalb.“ Aber er sei misstrauischer gegenüber Fremden geworden, einfach so lasse er niemanden mehr ins Haus. „Wenn jemand für Arbeiten in den Keller will, lasse ich mir einen Ausweis zeigen.“

Und noch etwas habe sich geändert: „Jedesmal, wenn ich nach Haus komme, bleibe ich erst im Flur stehen und warte ab, ob ich was Auffälliges rieche.“

Student verwechselte Gasgeruch mit Schimmel-Geruch

Tatsächlich habe er auch im Januar „etwas gerochen“. Er habe aber an Schimmel gedacht: „Mit Gas habe ich es nicht in Verbindung gebracht.“

So cool wie Lars geht seine Mitbewohnerin mit der Fast-Katastrophe nicht um. „Sie hat sich ohnehin nicht in Oespel wohlgefühlt. Die Geschichte mit der Gasleitung war nun der Grund für sie auszuziehen.“ Ausziehen werden auch Lars und der Dritte im Bunde – weil sie keine Lust mehr aufs WG-Leben haben.

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