Im Prozess wird der Angeklagte von Justizwachtmeistern bewacht. © Jörn Hartwich
In Dortmund

Mann (24) soll zwei Kinder vergewaltigt haben – Prozess vor großem Problem

Seit über einem halben Jahr beschäftigt ein Missbrauchsfall das Dortmunder Landgericht, der im Sommer 2020 für große Schlagzeilen gesorgt hat. Jetzt ist eines der Opfer nicht mehr greifbar.

Dieser Fall hatte für große Schlagzeilen gesorgt: Im vergangenen Sommer soll ein heute 24-jähriger Mann aus der Dortmunder Nordstadt eine 11-Jährige und eine 13-Jährige vergewaltigt haben. Nun biegt der Prozess langsam auf der Zielgeraden ein.

Wie am Dienstag (3.8.) bekannt geworden ist, wollen die Richter am Dortmunder Landgericht voraussichtlich im September ein Urteil sprechen. Doch die Verhandlung bleibt schwierig.

Der Fall beschäftigt das Dortmunder Landgericht nun schon über ein halbes Jahr lang. Es wurden DNA-Gutachten diskutiert, Zeugen gehört, Dokumente verlesen.

Der Angeklagte selbst hatte zunächst geschwiegen, sich dann aber zwischendurch doch zu Wort gemeldet. Ein Geständnis wurde allerdings nicht abgelegt.

Damit hängt viel von der Aussage der Mädchen ab. Doch genau da gibt es ein Problem.

Schülerin nicht mehr greifbar

Die damals Elfjährige ist zwar schon zweimal als Zeugin vernommen worden, soll aber noch ein weiteres Mal angehört werden. Aktuell steht sie den Richtern jedoch nicht mehr zur Verfügung. Nach Angaben ihrer Anwältin befindet sie sich zwar eigentlich in einer Jugendschutzeinrichtung, sei dort jedoch immer wieder „abgängig“.

Den Richtern der 31. Strafkammer sind damit die Hände gebunden. Wegen ihres jungen Alters – das Mädchen ist gerade 13 geworden – kann sie nicht gezwungen werden, als Zeugin auszusagen.

Und auch eine der betroffenen Mütter muss möglicherweise noch einmal befragt werden. Ihre Vernehmung hatte beim ersten Anlauf abgebrochen werden müssen, weil sie die Belastung nervlich nicht standgehalten hat, wie es am Rande des Prozesses hieß.

Mutmaßliche zweite Tat nach Gefängnis-Entlassung

Die Verteidiger hatten zwischenzeitlich sogar schon einmal den Antrag gestellt, den Angeklagten wieder aus der Untersuchungshaft zu entlassen. Diesen Vorstoß haben die Richter jedoch zurückgewiesen.

Auch am Dienstag ist der 24-Jährige von den Wachtmeistern wieder mit Handschellen in den Gerichtssaal geführt worden.

Der Fall hatte damals vor allem deshalb für Aufsehen gesorgt, weil der aus Afghanistan stammende Angeklagte nach der ersten mutmaßlichen Tat nach nur zwölf Tagen wieder auf freien Fuß gekommen ist.

Die Begründung: keine Fluchtgefahr. Nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis passierte laut Anklage die zweite Tat.

Angeklagter soll Mädchen in Fahrradkeller gelockt haben

Laut Anklage hatte er der damals Elfjährigen einen Joint zu rauchen gegeben und sie dann mit in seine Dortmunder Wohnung genommen. Dort soll er sie vergewaltigt haben.

Die zweite Tat passierte laut Anklage in einem Fahrradkeller an der Bornstraße, in den er sie Ende Juli 2020 gelockt haben soll.

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Gerichtsreporter

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