In Essen hat die Polizei eine Weihnachtsfeier in einer Arztpraxis beendet. © picture alliance/dpa
Tat im Mehrfamilienhaus

Mann sticht im Wahn auf Nachbarin ein – Staatsanwalt nennt erste Details

Ein versuchtes Tötungsdelikt in einem Mehrfamilienhaus schockiert viele Dortmunder. Die Staatsanwaltschaft nennt erste Details. Offen ist noch, ob der Täter überhaupt schuldfähig ist.

Es ist wie so häufig in solchen Fällen: In einem gewöhnlichen Wohngebiet in Dorstfeld deutet äußerlich nichts darauf hin, dass sich in der Nacht von Sonntag (20.12.) auf Montag (21.12.) etwas Dramatisches ereignet hat.

In einem Mehrfamilienhaus an der Trippestraße klingelt es am späten Abend des vierten Advent gegen 23.30 Uhr an der Wohnungstür einer 47-Jährigen. Sie öffnet – und wird sofort mit einem Messer attackiert. Täter ist der direkte Nachbar, ein 26-Jähriger. Nach den bisherigen Ermittlungen sticht er unvermittelt und ohne vorherige Warnung zu.

Mehrere Nachbarn wählen den Notruf

Er sticht mehrmals auf die Frau ein. Diese bricht zusammen, ruft Nachbarn noch zu, dass sie schnell den Notruf wählen sollen, weil sie schwer verletzt sei. „Es gab mehrere Notrufe aus dem Haus“, sagt Staatsanwalt Henner Kruse.

Kurz darauf treffen Polizisten ein. Der mutmaßliche Täter unternimmt keinerlei Fluchtversuche und leistet bei seiner Festnahme nur geringen Widerstand.

Mann handelte in „wahnhaftem Erleben“

Es gab laut Staatsanwaltschaft nach bisherigem Kenntnisstand keine persönliche Beziehung zwischen Täter und Opfer über die räumliche Nachbarschaft hinaus. Es seien zudem keine außergewöhnlichen Ereignisse bekannt, die der Tat vorausgegangen waren, so Henner Kruse. „Was genau das Motiv war, wissen wir noch nicht.“

Bei dem 26-Jährigen ist eine psychische Erkrankung diagnostiziert. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Mann in „wahnhaftem Erleben“ gehandelt habe. Er ist seit der Festnahme in einer forensischen Klinik untergebracht.

Psychiater erstellt Gutachten über Schuldfähigkeit des Mannes

Ein Psychiater wird den Mann nun ausführlich begutachten und seine Schuldfähigkeit untersuchen. Ergibt sich durch seine psychische Erkrankung eine Schuldunfähigkeit, würde der 26-Jährige nicht mit Gefängnis bestraft, sondern es würde eine Unterbringung im Maßregelvollzug beantragt.

Eine Anklage gegen den Mann ist bisher noch nicht erhoben worden. Die Frau wurde noch in der Nacht zu Montag notoperiert und schwebt aktuell nach Aussage der Staatsanwaltschaft nicht mehr in Lebensgefahr.

Die 47-Jährige befindet sich nach wie vor in einem Krankenhaus und ist noch nicht vernehmungsfähig.

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Felix Guth

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