Corona-Regeln

Maske trotz 3G in Krankenhäusern – dafür gibt es einen guten Grund

Wieso soll ich in Krankenhäusern eine Maske tragen - zusätzlich zu Impfung, Genesung oder negativem Schnelltest? Der Leiter des Dortmunder Gesundheitsamtes nennt Gründe.
Im Klinikum Nord haben sich Patienten und Mitarbeiter mit Corona infiziert. Sind die Krankheitsverläufe mild, weil die Betroffenen schon geimpft sind? © Tim Brederecke

Reicht es nicht, wenn ein Krankenhausbesucher genesen, geimpft oder frisch getestet ist? Die Verantwortlichen der Dortmunder Kliniken und des Gesundheitsamtes sagen Nein. Und erklären auch, warum das so ist.

Zudem richten sie einen dringenden Appell an alle, die derzeit Patienten besuchen.

Darf ich Patienten in Krankenhäusern besuchen?

Ja, die Regelungen sind deutlich lockerer als zu vorherigen Phasen der Corona-Pandemie, als zum „Schutz der Patienten vor einer von außen in das Krankenhaus hineingetragenen Infektion sehr viele Menschen auf Besuche in den Krankenhäusern verzichten mussten.“ So formulieren es Stadt und Krankenhäuser in ihrem Appell. Seit dem deutlichen Rückgang der Infektionszahlen im Juni und Juli 2021 sei „wieder eine normalere Besuchsregelung möglich“ gewesen. Leider befinde „sich Dortmund seit August wieder in einer Phase hoher Inzidenz. Die habe „erwartungsgemäß wieder zu einem deutlichen Anstieg der Patienten mit Covid-19 in den Kliniken geführt“.

Aber die liegen doch auf Intensivstationen oder in isolierten Abteilungen. Wieso betrifft mich das als Besucher?

Die Inzidenz liegt höher. Deshalb kann man vermuten, dass mehr Menschen unerkannte Corona-Infektionen haben. Die, so die Sorge, könnten „schon jetzt wieder unerkannt in die Krankenhäuser ‚eingeschleppt‘ werden“. Zum Schutz der Kranken sei „daher wieder mehr Vorsicht geboten als in den letzten Wochen“.

Was ist Pflicht für Besucher?

„Die Coronaschutzverordnung sieht hier vor, dass allen Geimpften und Genesenen, aber auch getesteten Personen der Zugang in die Krankenhäuser weiter möglich sein soll, um dort Angehörige besuchen zu können“, so Dr. Frank Renken, Leiter des Dortmunder Gesundheitsamtes.

Reicht das alleine?

Laut Renken nicht: „Ich möchte alle Menschen, die Angehörige oder Bekannte in einem Krankenhaus besuchen, dringend bitten, dort auf die Einhaltung aller Hygienemaßnahmen zu achten. Dazu gehört das Tragen eines medizinischen Mund-Nasenschutzes, aber auch die Händedesinfektion nach Betreten des Hauses und auch, dort die Mindestabstände zu anderen einzuhalten.“

Aber ich bin doch geimpft, genesen, getestet. Also sicher, oder?

Nein, nicht zwingend. „Wer geimpft ist oder selbst eine Covid-19-Infektion überstanden hat, ist selbst zwar gut vor einer Erkrankung geschützt“, heißt es im Appell von Stadt und Krankenhäusern. Aber es bestehe ein Restrisiko, „für andere vorübergehend ansteckend zu sein.“ Und auch bei Getesteten gebe es einen großen Unsicherheitsfaktor: Nur „höchstens 60 Prozent der ansteckungsfähigen Menschen“ würden per Schnelltest erkannt. „Die anderen 40 Prozent haben ein negatives Ergebnis, das aber falsch ist, denn sie können andere anstecken.“ Deshalb gelte es, „sich im Krankenhaus besonders umsichtig zu verhalten“.

Wieso gerade dort?

Menschen, die so schwer erkrankt sind, dass eine Krankenhausbehandlung notwendig ist, haben auch sehr häufig ein erhöhtes Risiko, wenn sie sich mit SARS-CoV-2 anstecken. „Viele Menschen glauben immer noch, nach einem negativen Schnelltest sicher sein zu können, dass sie nicht infiziert sind. Das ist leider falsch!“, so Renken. „Es besteht auch nach einem negativen Schnelltest-Ergebnis immer ein Restrisiko, dass man andere anstecken kann. Wenn alle geimpft sind, mit denen man Kontakt hat, so ist das kein Problem, für Ungeimpfte aber schon. Daher sind alle Besucher in den Kliniken aufgerufen, sich dort besonders vorsichtig zu verhalten.“

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