Masken-Auktion am Phoenix-See: Das erste 100-Euro-Gebot liegt schon vor

mlzMasken-Versteigerung

Premiere in der Kunsthalle am Phoenix-See: Erstmals werden am 1. August Kunst-Masken versteigert. Die „Nähbienen“ aus Lütgendortmund wollen so eine wichtige Dortmunder Einrichtung retten.

Lütgendortmund, Hörde

, 21.07.2020, 17:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zum ersten, zum zweiten, zum dritten: Je später der Auktionshammer am 1. August fällt, desto besser. Denn je mehr Geld zusammenkommt, desto größer ist die Chance, dass die „Dortmunder Nähbienen“ aus Lütgendortmund ihr Ziel erreichen: Sie wollen mit dem Erlös ihrer Versteigerung die Obdachlosen-Initiative „Hand für Hand für Menschen“ in der Nordstadt retten.

23 Künstler wollen das auch, deshalb haben sie in den vergangenen Wochen viel Zeit in ihren Ateliers verbracht. Das Ergebnis kann sich mehr als sehen lassen: Entstanden sind 65 Kunst-Masken, die höchstbietend in der neuen Kunsthalle am Phoenix-See ihren Besitzer wechseln sollen.

Jede Maske ist eingerahmt, die Rahmen hat das Möbelhaus Ikea gespendet. Die Räumlichkeiten stellt Familie Hildebrand den Nähbienen kostenlos zur Verfügung.

Jede Maske ist eingerahmt, die Rahmen hat das Möbelhaus Ikea gespendet. Die Räumlichkeiten stellt Familie Hildebrand den Nähbienen kostenlos zur Verfügung. © Beate Kimm

Auch im Vorfeld können Gebote abgegeben werden, denn seit dem vergangenen Wochenende sind alle Masken in der Kunsthalle ausgestellt. Das erste Gebot liegt bereits vor: „100 Euro für eine Regenbogen-Maske der Künstlerin Anette Göke“, verrät Initiatorin Beate Kimm.

„Hand in Hand“ befürchtet Auflösung zum Ende des Quartals

Für sie und ihr Team, sagt sie, sei es eine Herzensangelegenheit, das Aus der Obdachlosen-Initiative zu verhindern. Dort ist es nämlich bereits „fünf vor zwölf“, wie das Team von „Hand in Hand“ in einem Brandbrief schreibt.

Darin heißt es unter anderem: „Zur Zeit herrscht in unserer Vereinskasse ein dickes Loch, sodass wir nicht mehr in der Lage sind, unsere Miete für die Räumlichkeiten in der Gronaustraße zu bezahlen.“ Wenn man sich nicht rehabilitieren könne, bliebe dem Verein nur die Auflösung zum Ende des Quartals. „Das liegt unter anderem daran, dass die knapp 60 Mitglieder des Vereins nicht ausreichen, unsere laufenden Kosten jeden Monat zu decken.“

Jede Maske strahlt Hoffnung aus, findet Initiatorin Beate Kimm.

Jede Maske strahlt Hoffnung aus, findet Initiatorin Beate Kimm. © Beate Kimm

Nach eigenen Aussagen ist der Verein bei über 950 registrierten Bedürftigen angekommen. „Vor 14 Tagen haben wir bei der Essensausgabe die 500er-Marke überschritten“, schreibt das Team. „Bitte helft uns, auch weiterhin für obdachlose Menschen da sein zu können.“

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Beate Kimm und ihre Mitstreiter hoffen, dass viele Interessierte am 1. August oder auch schon vorher den Weg in die Kunsthalle finden und großzügig mitbieten, um eines der Corona-Kunst-Unikate in Maskenform zu ergattern. Jedes Kunstwerk ist eingerahmt, das Mindestgebot pro Stück liegt bei 20 Euro.

Kindergartenkinder, Schulklassen, eine Integrationsgesellschaft sowie die Meisterklasse von Era Freidzon haben zusätzlich 120 Masken gestaltet.

Kindergartenkinder, Schulklassen, eine Behinderteneinrichtung sowie die Meisterklasse von Era Freidzon haben zusätzlich 120 Masken gestaltet. © Beate Kimm

Die Auktion beginnt um 15 Uhr. „Maximal 50 Personen dürfen sich gleichzeitig in der Halle aufhalten, aber wir bauen auch draußen Bänke und Tische auf und bieten mit Essen und Musik ein kleines Begleitprogramm“, erklärt Kimm.

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Die Masken, die unter anderem namhafte Künstler wie Anette Göke, Günter Rückert und Gabriella Wollenhaupt gestaltet und gespendet haben, befinden sich in guter Gesellschaft: 120 weitere Masken hängen in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft. Sind sind das Werk von Kindergartenkindern, Grundschülern, einer Behinderteneinrichtung sowie der Meisterklasse von Era Freidzon. Sie gibt es für 5 Euro pro Stück. Auch dieser Erlös ist für „Hand in Hand“ bestimmt.

Jede Maske ist ein Zeichen der Hoffnung

„Alle Masken sind so fröhlich, hell und bunt, jede einzelne ist ein Zeichen der Hoffnung“, meint Beate Kimm. Eines ihrer Lieblingswerke sei der farbenfrohe Pi­ran­ha der Künstlerin Almut Rybarsch-Tarry.

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Wer sich die Masken in der Kunsthalle am Voltaweg 4 vorab anschauen möchte, hat dazu bis zum 1. August donnerstags bis sonntags jeweils von 15 bis 19 Uhr Gelegenheit. In dieser Zeit können auch Gebote abgegeben werden. Gebote als persönliche Nachricht an die Facebook-Gruppe der Dortmunder Nähbienen sind ebenso möglich. Telefonisch ist Beate Kimm unter (0178) 90 61 96 erreichbar.

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