In weiterführenden Schulen sind Masken für Schülerinnen und Schüler auch im Klassenzimmer schon Alltag. © dpa
Grundschulen und Corona

Maskenpflicht für Kinder? Coronaschutz-Vorschläge sorgen für Diskussionen

Wie muss sich der Schulbetrieb an steigenden Corona-Zahlen anpassen? Darüber wird aktuell auch zwischen Bund und Ländern heftig gestritten. An den Schulen selbst gibt es klare Wünsche.

Ohne Ergebnis endete am Montag (16.11.) die Corona-Konferenz von Bundesregierung und den Ministerpräsidenten der Länder. Erst am 25. November soll bei einem erneuten Treffen über neue Corona-Schutzmaßnahmen etwa auch in Schulen entschieden werden.

Doch die Vorschläge des Bundes werden bereits eifrig diskutiert. Geteilter Unterricht, Maskenpflicht während des Unterrichts auch an Grundschulen sind die wichtigsten Stichworte. An der „Basis“ fallen die Reaktionen gespalten aus.

Eine Mundschutz-Pflicht auch im Unterricht auch an Grundschulen sei nicht gerade das bevorzugte Modell, meint Jutta Portugall. Die Leiterin der Lieberfeld-Grundschule in Wellinghofen ist Sprecherin der Grundschulen in Dortmund. Ganz klar bevorzugt würden Lösungen, die auf mehr Abstand und eine Verkleinerung der Klassen setzen, stellt sie fest.

Betreuung muss gesichert sein

Das ist freilich an den Grundschulen schwer umzusetzen. Denn Distanzunterricht ist für sechs- bis zehnjährige Schüler keine Lösung. Es müsse auch bei verkleinerten Klassen eine Betreuung aller Kinder gewährleistet sein. Dafür aber fehle es an Räumen und Personal, berichtet Jutta Portugall.

So sieht es auch Anke Staar als Sprecherin der Stadteltern. Es gebe aber durchaus Modelle, um etwa einen Unterricht im Wechselbetrieb, bei dem geteilte Klassen zu unterschiedlichen Zeiten vor Ort unterrichtet werden, zu ermöglichen, stellt sie fest.

Ein Experiment der Stadt Solingen ist jüngst aber von der NRW-Landesregierung gestoppt worden. Sie will am Präsenzunterricht für alle Schülerinnen und Schüler festhalten. „Wir wollen auch Präsenzunterricht, aber so, dass die Sicherheit gewährleistet ist“, stellt Anke Staar dazu fest.

Diskussion über flexible Modelle

Inzwischen sei nicht zu leugnen, dass sich auch zumindest an den weiterführenden Schulen das Coronavirus weiter verbreitet. „Doch die Sorgen und Ängste der Eltern werden nicht ernstgenommen“, kritisiert die Elternsprecherin.

Dortmunds Schuldezernentin Daniela Schneckenburger fordert ebenfalls schon seit Wochen Stufenkonzepte, um den Schulbetrieb an die aktuelle Infektionslage anpassen zu können. Dabei sieht sie sich jetzt durch die Vorschläge der Bundesregierung durchaus bestätigt. „Ich gehe davon aus, dass die Diskussion sich weiter bewegen wird“, sagt sie mit Blick auf die angekündigten Beratungen zwischen Bund und Ländern in der nächsten Woche.

In einem sind sich die Kritiker der bisherigen Schulpolitik in NRW einig. Statt starrer Festlegungen, müsse es flexible und individuelle Lösungen für die Schulen geben. „Es gibt kein Patentrezept“, bilanziert Jutta Portugall.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Oliver Volmerich, Jahrgang 1966, Ur-Dortmunder, Bergmannssohn, Diplom-Journalist, Buchautor und seit 1994 Redakteur in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten. Hier kümmert er sich vor allem um Kommunalpolitik, Stadtplanung, Stadtgeschichte und vieles andere, was die Stadt bewegt.
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Oliver Volmerich

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