Schilder an Pfählen weisen in der Dortmunder Innenstadt auf die erweiterte Maskenpflicht hin. © Felix Guth
Dortmunder Innenstadt

Maskenpflicht innerhalb des Wallrings: Wie kommt Dortmund damit klar?

In Dortmund gilt eine erweiterte Maskenpflicht – inzwischen ist der komplette Bereich innerhalb des Wallrings Masken-Zone. Funktioniert das?

Mit der Verlängerung des Lockdowns ist in Dortmund seit dem 23. Januar auch eine erweiterte Maskenpflicht in Kraft. Auf allen Straßen innerhalb des Wallrings ist das Tragen einer Alltagsmaske zwischen 8 und 22 Uhr Pflicht.

Ein Rundgang durch die Dortmunder Innenstadt zeigt, dass die Menschen sehr unterschiedlich mit den neuen Regeln umgehen.

Am Samstagnachmittag (30.1.) sind an der Kreuzung am Südwall unterschiedliche Typen von Passanten zu beobachten. Ein ältere Frau kommt, schon mit Maske über Mund und Nase, aus einem Hauseingang und geht in Richtung Westenhellweg.

Obwohl sie draußen nicht Pflicht sind, bestimmen weiße FFP2-Masken und blassblaue oder grünliche OP-Masken das Bild.

Varianten: Maske bis zum Schluss unter dem Kinn oder an der Ampel schon aufsetzen

An der Ampel setzt ein junges Pärchen die FFP2-Masken pflichtbewusst und gerade noch rechtzeitig vor dem Überqueren des Walls auf.

Andere tragen die Mund-Nasen-Bedeckung bis zum letzten Moment unter dem Kinn oder ziehen sie erst spät aus der Tasche.

Täglich gibt es in der Stadt Kontrollen der Maskenpflicht. Das erzeugt auch Bilder, die mindestens gewöhnungsbedürftig sind.

Am Freitagnachmittag (29.1.) steht ein Vater mit zwei Kindern neben der Thier-Galerie und sieht sich von sechs Ordnungsamtsmitarbeitern und Polizisten umringt, von denen einer seine Personalien aufnimmt. Der Vater hatte offenbar den Mund-Nasen-Schutz zu spät aufgezogen.

Ähnliche Szenen mit mehreren Uniformierten, die um eine Person herumstehen, wiederholen sich in der Innenstadt regelmäßig. Das erzeugt auch Missfallen bei manchen Umstehenden und sorgt für kritische Kommentare in sozialen Netzwerken.

Die Zahl der Maskenverweigerer ist gering

Grundsätzlich fällt auf: Masken-Verweigerer sind im unmittelbaren Citybereich kaum zu sehen. In den Nebenstraßen wie der Martinstraße gibt es schon häufiger Verstöße, aber auch hier lässt die Mehrheit die Maske auf.

„Der weit überwiegende Teil der Bevölkerung hält sich inzwischen an die Maskenpflicht“, sagt Stadtsprecher Maximilian Löchter. Die Dortmunder Polizei hob zuletzt „die große Akzeptanz“ der Menschen in den Fußgängerzonen hervor.

Aber wie bekommen die Dortmunder mit, wo die Maskenpflicht gilt? „Der Bereich innerhalb des Wallrings ist ein gut abgegrenzter, sichtbarer und nachvollziehbarer Bereich“, sagt Stadtsprecher Maximilian Löchter.

Die erweiterten Flächen seien mit „den gängigen und bekannten Schildern“ ausgestattet und „werden je nach Wetterlage auch noch einmal mit aufgesprühten Hinweisen versehen“.

Kleine Hinweisschilder und möglicherweise bald Graffiti auf dem Boden

In der Praxis sieht das so aus: Aktuell finden sich an den „Seiteneingängen“ zur Innenstadt vereinzelt Hinweise. Vom Bahnhof kommend zeigen DIN-A-4 große laminierte Zettel an Laternenpfählen oder Straßenschildern entlang des Bürgersteigs das Masken-Symbol.

Aus anderen Richtungen, etwa vom Klinikviertel kommend, fehlen solche Schilder.

Die Stadt Dortmund teilt auf Anfrage mit, dass es immer wieder Fälle gebe, in denen Leute behaupten, dass sie nicht wussten, dass sie sich in einer Maskenpflicht-Zone befinden. „Das ist aber in den meisten Fällen als Schutzbehauptung zu werten, um einem Ordnungswidrigkeitenverfahren zu entgehen“, glaubt Stadtsprecher Löchter.

So hat sich die Zahl der Maskenpflicht-Verstöße entwickelt

Im Januar (bis einschließlich 27.1.) ist die Zahl der Verstöße gegen die Maskenpflicht deutlich gegenüber dem Vormonat zurückgegangen. Bis zum 15. Dezember waren alle Geschäfte noch geöffnet.

Das Ordnungsamt erteilte 249 mündliche Verwarnungen (Dezember: 462). In 160 Fällen wurde ein Verwarngeld ausgesprochen (im Dezember 741). Es gab nur noch 98 Ordnungswidrigkeitenanzeigen gegenüber 258 im Dezember.

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Redaktion Dortmund
Seit 2010 Redakteur in Dortmund, davor im Sport- und Nachrichtengeschäft im gesamten Ruhrgebiet aktiv, Studienabschluss an der Ruhr-Universität Bochum. Ohne Ressortgrenzen immer auf der Suche nach den großen und kleinen Dingen, die Dortmund zu der Stadt machen, die sie ist.
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Felix Guth

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