Maskottchen "Emma" wieder da

Borussia Dortmund

SÜDLOHN/DORTMUND Sie flog mehr als 100.000 Meilen weit und wurde so zu einer der berühmtesten Bienen Deutschlands. Jetzt ist "Emma", das Maskottchen einer BVB-Fankneipe in Südlohn wieder zurückgekehrt. In einer Stretchlimousine.

von Von Guido Heisner (dpa)

, 11.10.2009, 15:42 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Bilder zeigen Emma vor dem Weißen Haus in Washington und auf dem Sunset Strip in Las Vegas. Fotos aus Irland und Mexiko, der Karibik und von den Azoren, aus Panama und Indonesien folgen. Erinnerungen an den französischen Kinofilm „Die fabelhafte Welt der Amélie“ werden wach. In dem hatte Regisseur Jean-Pierre Jeunet 2001 einen Gartenzwerg um den Globus geschickt. Auch Biene „Emma“ reist von einem Land zum nächsten und schaut dabei immer wieder größeren und schnelleren Piloten über die Schulter. Keine Gelegenheit lässt sie aus, um etwa im Kampfjet oder im Hubschrauber zusätzliche Flugstunden zu nehmen. Dazwischen bleibt stets genug Zeit für Sightseeing, Cocktail-Schlürfen am Strand und neue Freundschaften wie jene mit dem Bären „Leo“.

Anfang Dezember 2008 kommt die Wahrheit ans Licht. „Niederländische Piloten nehmen Deutsche auf die Schippe“ schreibt die Amsterdamer Zeitung „De Telegraaf“ und enthüllt, holländische Hobby-Piloten hätten die Stoffbiene aus der Kneipe in Südlohn entführt und auf eine Weltreise mitgenommen. Im Münsterland reagiert man entrüstet, fordert die sofortige Rückgabe des Maskottchens, befürchtet andernfalls eine längere Pechsträhne für den BVB. Zeitungen und Rundfunksender aus ganz Deutschland berichten über den Fall. Doch „Emma“ kehrt nicht zurück - vorerst. In einem eigenen Internet-Blog berichtet die Biene fleißig von ihren Erlebnissen rund um den Erdball. Am Ende hält „Emma“ ihr Versprechen jedoch ein und fliegt nach 378 Tagen in der Ferne heim, begleitet von ihren Entführern und live übertragen vom Fernsehen. Um „Emma“ dürfte es jetzt wieder ruhiger werden. In der Versenkung verschwindet das BVB-Maskottchen gleichwohl nicht. „Emma bekommt ihren angestammten Platz auf der Theke zurück“, sagt Kneipen-Chefin Robers. Künftig muss die Biene aber auch mit all den Nachteilen leben, die das Star-Leben mit sich bringt. So darf sie - aus Sicherheitsgründen - nicht mehr alleine in der Gegend umherfliegen. Zu ihrem eigenen Schutz kommt sie in einen Glaskasten.

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