Massenflucht aus den Kirchen

Zinsertragssteuer

Der Brief von der Bank lässt viele, bisher brave Schäfchen der Kirche vor Wut explodieren. Ab dem 1. Januar sind es die Kreditinstitute, die automatisch die Kirchensteuer auf Zinsen und Dividenden einziehen. Das zwangsweise Einzugsverfahren ab Januar ist neu. Sturm dagegen laufen vor allem Ältere.

DORTMUND

, 21.08.2014, 09:07 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Reinoldikirche.

Die Reinoldikirche.

Zuletzt waren es so viele, als sich die Republik über die goldenen Wasserhähne des Limburger Ex-Bischofs Tebartz-van Elst aufregte. „Im Gericht denken sie über eine personelle Verstärkung meiner Abteilung nach“, sagt Elke Diera. Im ersten Quartal 2013 musste sie erst 690 Austritte beurkunden (darunter 301 evangelische und 390 katholische Glaubensmitglieder), im ersten Quartal dieses Jahres waren es dann 1007 Austritte (davon 520 Protestanten, 458 Katholiken).

Im zweiten Quartal (1. April bis 30. Juni) traten weitere 858 Menschen aus der Kirche aus, während es vor einem Jahr nur 468 waren. Elke Diera gehen die Gründe für einen Austritt nichts an, aber sie sind unüberhörbar. Alle beklagten eine gewisse „Abgreifmentalität“ der Kirchen. Die sehen das freilich anders. Nur das Verfahren werde umgestellt, nicht die Verpflichtung, auf Kapitalerträge auch Kirchensteuer zu zahlen.

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