Matze Knop gibt Vorgeschmack auf Gastspiel

Comedian on Tour

DORTMUND Er ist Supa-Richie, der Kult-Kaiser, Jürgen Klopp oder Dieter Bohlen: Comedian Matze Knop spielt in der ersten Liga seines Genres mit. Am 24.10. gibt er mit seinem aktuellen Programm „Operation Testosteron“ ein Gastspiel in Dortmund. Einen Vorgeschmack auf seine Parodien gibt es hier.

von Von Uwe Becker

, 18.10.2009, 15:46 Uhr / Lesedauer: 2 min
Matze Knop kommt nach Dortmund.

Matze Knop kommt nach Dortmund.

Mit Supa-Richie startete der geborene Lippstädter 1997 seine Comedy-Karriere. Der eher einfach gestrickte türkische Mitbürger brachte ihm viel Erfolg, aber auch ein Ärger ein: „Merkwürdig fand ich, dass sich vor allem Deutsche über die Figur erregten, während mir Türken auf die Schulter geklopft und sich tierisch amüsiert haben“, sagt der 34-jährige. Richie gibt´s immer noch, gerade ist er nach Köln-Chorweiler umgezogen, den „Gaza-Streifen von Köln“, wie Knop, der selbst wieder in seinem Geburtsort wohnt, die Figur sagen lässt. Auch dafür gab´s nicht nur Beifall. Erregt haben sich vor allem die Lokalblätter der Domstadt. Sein Talent zur Parodie entdeckte Matze Knop früh, ausgelebt hat er es in der Schule aber kaum. Eher schon bei der Bundeswehr, wo er die Vorgesetzten drauf hatte. Dann paukte er sich den Beckenbauer rein, und als der richtig einschlug, folgten weitere Prominente: „Natürlich bist du nervös, wenn die Leute die persönlich gegenüber stehen“, sagt er.

Bislang aber seien alle Begegnungen glimpflich abgelaufen. Luca Toni, den er als „Numero Uno“ besang und damit einen Charterfolg landete, habe ihn in einem italienischen Restaurant sogar mal umarmt: „Der hatte richtig Spaß mit dem Song.“ Wichtig sei ihm, sagt Knop, nicht zu verletzten. „Natürlich zieht man die Kinder von Prominenten nicht mit hinein oder schlägt verbal unter die Gürtellinie.“ Obwohl sich sein Leben radikal geändert hat und Matze Knop und seine Freundin sich Freizeit inzwischen hart erkämpfen müssen, bleibt immer noch Zeit für den Verein „Kinderlachen“, der schwerkranken Kindern Herzenswünsche erfüllen will. Dass er als Schirmherr der Organisation dabei auch Mädchen und Jungen trifft, die wissen, dass sie sterben müssen, sei hart, sagt Knop: „Aber ich kann da kein Trauerkloß sein. Es hilft, an die Familien zu denken und daran, dass sie dieses Schicksal viel härter trifft. Mein Job ist es, eine Stunde lang für positive Gefühle zu sorgen.“

Dass nicht alle Prominenten, die auf der Wunschliste der Kinder stehen, sich Zeit für sie nehmen können, versteht Knop inzwischen besser, obwohl er den Ärger seiner Mitstreiter verstehen kann, wenn jemand absagt: „Das Jahr hat nur 365 Tage, und diese Menschen sind eben total eingespannt. Manchmal leitet das Management Wünsche ja nicht mal weiter.“ Dass zum Kinderlachen-Team inzwischen auch Dortmunds Verteidiger Neven Subotic gehört, zeigt für Knop ein Dilemma auf: „Ich kenne inzwischen so viele Fußballer persönlich, dass ich wirklich keinen Lieblingsverein mehr habe.“ Dafür verpasst er kein Spiel der Nationalmannschaft. Und vielleicht gibt´s ja bald mal wieder einen Bundestrainer wie den Kaiser oder Jürgen Klinsmann, der auch Comedians genug Stoff liefert.

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