Medikamente und Spritzen: Rettungsdienst nach Rucksack-Verlust ratlos

mlzRettungsdienst

Der Dortmunder Rettungsdienst hat einen Notfallrucksack verloren – wie genau, ist nicht klar. Der Inhalt jedenfalls könnte auf dem Schwarzmarkt Begehrlichkeiten wecken.

Dortmund, Neuasseln

, 22.05.2020, 08:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist eine Meldung, wie sie nicht alle Tage zu lesen ist. Am Dienstagabend (19.5.) vermeldete der Dortmunder Rettungsdienst, dass einer Rettungswagenmannschaft ein Notfallrucksack abhanden gekommen sei.

Das sei im Rahmen eines Einsatzes im Stadtteil Neuasseln passiert.

Tatsächlich liegt der letzte dokumentierte Fall einer verschwundenen Notfallausrüstung in Dortmund bereits elf Jahre zurück, sagt Feuerwehrsprecher Andreas Pisarski. Das war im Jahr 2009.

Der vermisste Rucksack enthalte unter anderem lebenserhaltende Medikamente, die bei unsachgemäßem Gebrauch lebensgefährlich sein können.

Wie genau der Rucksack verschwunden ist, bleibt unklar

Die Rettungswagen werden bei Einsätzen normalerweise stets abgeschlossen, um zu gewährleisten, dass so etwas nicht so leicht passiert.

So sieht ein Notfallrucksack von innen aus. Insgesamt bringt das Paket 9 Kilogramm auf die Waage.

So sieht ein Notfallrucksack von innen aus. Insgesamt bringt das Paket 9 Kilogramm auf die Waage. © Feuerwehr Dortmund

Ob in diesem Fall vergessen wurde, den Wagen abzuschließen, lasse sich jedoch nicht sagen. Mit Sicherheit wisse man laut Pisarski nur: „Der Rucksack war in der Wohnung des Patienten mit drin.“

Man habe einen Patienten über eine Treppe in den Wagen verladen müssen. Wie genau der Rucksack dann verschwunden ist, lasse sich aber nicht sagen, meint er.

Verlust ist erst bei Aufrüstung des Rettungswagens aufgefallen

Es sei durchaus vorstellbar, dass er im Eifer des Gefechts schlichtweg vergessen wurde. Da diese Notfallrucksäcke in einem Auszug an der seitlichen Schiebetür des Rettungswagens platziert werden, sei der Verlust während der Einsatzfahrt nicht aufgefallen.

Das liege auch daran, dass der Inhalt des Rucksacks im Rettungswagen nicht benötigt wird. Der Wagen ist selbst mit entsprechender Ausrüstung ausgestattet.

Gerade die enthaltenen Medikamente könnten für Begehrlichkeiten sorgen - deshalb sind sie absichtlich unscharf fotografiert.

Gerade die enthaltenen Medikamente könnten für Begehrlichkeiten sorgen - deshalb sind sie absichtlich unscharf fotografiert. © Feuerwehr Dortmund

Nach der Übergabe des Patienten rüste der Rettungsdienst seine Fahrzeuge wieder auf, um die verbrauchten Materialien aufzufüllen. Dabei sei der Verlust der Notfallausrüstung dann erst aufgefallen, sagt Pisarski.

Das ist drin

Ein Notfallrucksack des Rettungsdienstes enthält unter anderem:

  • Diagnostikmaterial
  • Blutdruckmessgerät
  • Blutzuckermessgerät
  • Stethoskop
  • Ohrthermometer
  • Verbandmaterialien
  • Material für einen venösen Zugang
  • Beatmungsbeutel und Masken, sowie Intubation
  • Spritzen und Kanülen zum verabreichen von Medikamenten
  • Lebenserhaltende Medikamente

Als die Mannschaft nochmal zur Einsatzstelle gefahren ist, sei der Rucksack nicht auffindbar gewesen.

Verlorene Ausrüstung von 2009 ist nie wieder aufgetaucht

In einem Notfallrucksack befindet sich neben den lebenserhaltenden Medikamenten allerlei, wie ein Blutdruck- oder Blutzuckermessgerät, Verbandsmaterialien und ähnliches. Alles in allem wiegt so ein Rucksack rund 9 Kilogramm.

Nicht nur die enthaltenen Medikamente könnten für Begehrlichkeiten sorgen.

Nicht nur die enthaltenen Medikamente könnten für Begehrlichkeiten sorgen. © Feuerwehr Dortmund

Bei Auffinden des Rucksacks wird darum gebeten, über den Notruf die Feuerwehr Dortmund oder jede Polizei-Dienststelle zu informieren. Große Hoffnungen, den Rucksack samt Inhalt wiederzufinden, macht sich Pisarski unterdessen nicht.

Der eine oder andere Inhalt – wie Spritzen oder Medikamente – wecke auf dem Schwarzmarkt sicherlich Begehrlichkeiten, meint er. Die verschwundene Notfallausrüstung vom Fall im Jahr 2009 jedenfalls ist nie wieder aufgetaucht.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt