"Mehr als ein Internetcafé"

06.09.2007, 15:56 Uhr / Lesedauer: 1 min

Hörde Nach dem Paukenschlag vor einer Woche kehrt in die neu eröffnete Jugendfreizeitstätte in Hörde nach und nach der Alltag ein. Redakteur Peter Bandermann sprach mit Tine Bargstedt und Cornelius O. Boensmann vom Jugendamt über die Zukunft.

Frau Bargstedt, Ihr Arbeitsplatz ist größer und bunter also zuvor. Was ändert sich inhaltlich?

Bargstedt: Zum Beispiel die Medienarbeit. Das hört sich zwar unspektakulär an, aber wir bieten mit Digitalfotografie und Photoshopkursen eben mehr an als ein Internetcafé. Mit der räumlichen Trennung des offenen Treffs, des Veranstaltungssaals und der Seminarräume gibt es jetzt auch eine ganz andere Atmosphäre. Bei Bewegungsangeboten, Kreativität, Handwerk und Musik arbeiten wir stärker auch mit Vereinen zusammen.

Vor anderthalb Jahren sagten sie, dass sie Kinder und Jugendliche auch mal schocken.

Boensmann: ... oh ja, das kann sie. Sie durchbricht alle Stereotypen.

Bargstedt: Eigentlich ist das ja ganz normales sozialpädagogisches Handwerkszeug. Aber in der Disco, beim Gesang oder auf dem Trapez bin ich voll dabei. Und natürlich auch beim Fußballspiel - das erwarten die Jungs von mir erstmal nicht.

Freizeitstättenarbeit ist auch Konfliktarbeit. Wie schlichten sie Streit?

Bargstedt: Entschlossenes Auftreten hilft da weiter. Wer gewalttätig ist, fliegt raus. Das weiß hier jeder und deshalb kommt das selten vor. Jeder andere Streit wird auch schnell gelöst.

Wie geht das in 30 Minuten?

Bargstedt: Ach, so lange dauert das gar nicht. Die Kontrahenten stellen ihre Sichtweise dar, ich frage, ob alle das kapiert haben und dann treffen sie eine Vereinbarung fürs nächste Mal.

Eine Freizeistätte kostet Geld.

Boensmann: ... aber unsere Angebote bleiben weitestgehend kostenlos. Am Clarenberg brechen Fördergelder weg. Da müssen wir erst recht ein Programm für alle schaffen.

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