Mehr als nur ein Schlafplatz

Körne "Ihr habt mir sehr geholfen. Ich habe es endlich geschafft, mein Leben in den Griff zu bekommen", lautet der Abschiedsgruß einer ehemaligen Bewohnerin der Notschlafstelle Sleep In am Körner Hellweg. Eine Rückmeldung, die zeigt, wie wichtig es ist, gefallenen Jugendlichen wieder auf die Beine zu helfen.

25.01.2008, 17:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

<p>Katja Bartel (l.) freute sich über die Spende des Elternchores an das Sleep In. Der Scheck wurde von (v.l.) Monika Weber, Heinz-Jürgen Leutner und Barbara Scholz überreicht.</p>

<p>Katja Bartel (l.) freute sich über die Spende des Elternchores an das Sleep In. Der Scheck wurde von (v.l.) Monika Weber, Heinz-Jürgen Leutner und Barbara Scholz überreicht.</p>

Auch der Elternchor des Helmholtz-Gymnasiums sieht die so. Anfang des Jahres hatten sie mit einem Benefizkonzert in der St. Barbarakirche dazu aufgerufen, Geld für Bedürftige zu spenden. Es kam die stolze Summe von 800 Euro zusammen. "Wir kannten das Sleep In zuerst gar nicht, doch nun sind wir froh, mit den Spenden diese tolle Einrichtung zu unterstützen", freut sich Barbara Scholz, Dirigentin des Chores.

In der Notschlafstelle kommen Jugendliche mit unterschiedlichsten Hintergründen zusammen. Aufgenommen werden sie von Katja Bartel und ihrem Team.

"Die meisten kommen aus Stieffamilien", erzählt die Diplom-Pädagogin. "Sie reißen von zu Hause aus, sobald der Streit und die alltäglichen Probleme Überhand nehmen."

Das Sleep In ist ein Rettungsanker für viele Heranwachsende. Sie können dort schlafen, essen, ihre Sachen und sich selbst waschen. Die ersten drei Tage dürfen sie anonym bleiben, danach wird das Jugendamt benachrichtigt. "Leider macht es oft kaum Sinn, mit den Eltern zusammenzuarbeiten", erzählt Katja Bartel. Die meisten der 14- bis 18-Jährigen sind schon so oft ausgerissen, dass es die Mütter und Väter meist nicht mehr kümmert.

Die Betreuer der Notschlafstelle geben den jungen Menschen mehr als bloß ein Dach über dem Kopf und ein Bett zum Schlafen: In Gesprächen wird nach Möglichkeiten und Perspektiven für die Zukunft gesucht. "Wir passen uns aber immer dem Tempo der Jugendlichen an", sagt Katja Bartel.

Das Miteinander kann aber auch in der Notschlafstelle nur mit gewissen Regeln funktionieren: Die Jugendlichen müssen um 9 Uhr aufstehen, dann wird gefrühstückt. Die Zeit danach verbringen die meisten Jungen und Mädchen im Streetworker-Café an der Leoplodstraße. "Oder sie laufen stundenlang durch die Stadt und warten, dass es 19 Uhr wird. Dann gibt es Abendessen und darauf freuen sich alle", weiß Katja Bartel.

Ein warmes Essen, gemeinsam an einem Tisch sitzen - das ist für die meisten Bewohner der Notschlafstelle neu. Genau wie das Gefühl von Vertrauen, Wärme, und Zuneigung, das ihnen in das Sleep In vermittelt. Wei

Bei einem theaterpädagogischen Projekt von DEW21 wurden 800 Euro von fünf Dortmunder Schulen erspielt. DEW21 spendet das Geld dem Sleep In, das die Unterstützung zur Finazierung einer Köchin braucht.

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