Familie Koch nahm die Impf-Möglichkeit für Minderjährige direkt am ersten Tag in Anspruch. © RN
Impfstart für Unter-18-Jährige

„Mehr Möglichkeiten, wieder normal zu leben“

Beim ersten Impftag für Kinder und Jugendliche am Dortmunder Impfzentrum war die Nachfrage groß. Für Familie Koch verspricht die Impfung einen Gewinn an Freiheit. Von Kinderärzten kommt Kritik.

Am ersten Tag, an dem sich Dortmunder und Dortmunderinnen zwischen 12 und 17 Jahren auch am Impfzentrum auf Phoenix-West gegen das Coronavirus impfen lassen konnten, traf dieses Angebot auf große Nachfrage. In einer Schlange quer über den Platz vor der Warsteiner Music Hall standen Eltern mit ihren Kindern an.

Das Angebot kommt unmittelbar, nachdem am Dienstag die Gesundheitsminister des Bundes und der Länder beschlossen hatten, die Impfzentren auch für diese Altersgruppe zu öffnen, um ein niedrigschwelliges Angebot für die Impfung zu schaffen. Eine Empfehlung der Ständigen Impfkommission für allgemeine Impfungen für Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 17 gibt es allerdings noch nicht.

Impfung für mehr Normalität

Unter den ersten, die am Mittwoch (4.8.) das Angebot des Impfzentrums wahrgenommen haben, ist auch Familie Koch. Während die Eltern bereits beide geimpft sind, musste ihr 14-jähriger Sohn noch auf die Impfung warten. Bis jetzt.

„Ich denke, dass sich dadurch weitere Möglichkeiten ergeben, wieder normal zu leben, wenn ich geimpft bin“, sagt dieser. Sobald er komplett geimpft sei, wolle er gern mit Freunden ins Kino oder in die Trampolin-Halle von Superfly. „Irgendwas, was ich halt jetzt nicht machen konnte.“

Alle in der Familie Koch sind geimpft. „Als dann das Thema aufkam, dass Jugendliche unter 18 geimpft werden können, waren wir eigentlich sofort dabei“, sagen die Eltern.

Kritik kommt von Kinderärzten

Trotz des großen Interesses: Von Kinderärzten, unter anderem dem Direktor der Dortmunder Kinderklinik, kommt auch Kritik an dem Vorstoß der Gesundheitsminister. Es wäre besser gewesen, erst eine Bewertung durch die Ständige Impfkommission abzuwarten. Impfungen für Kinder und Jugendliche mit relevanten Vorerkrankungen seien auch schon vorher über die Kinderärzte möglich gewesen.

Vorbehalte gibt es auch gegenüber der Beratung im Impfzentrum. Kinder- und Jugendärzte begleiten ihre Patienten in der Regel über viele Jahre und kennen sie und die Familie gut. Diese Qualität sei im Impfzentrum wohl nicht möglich.

Termine an zwei Tagen in der Woche

Auch am Impfzentrum werden Familien von Kinderärzten beraten, bevor Minderjährige geimpft werden. Für Familie Koch habe diese etwa fünf Minuten gedauert. „Aber auch, weil wir keine weitergehende Beratung nachgefragt haben.“ Sie haben sich schon vorher über die Impfungen informiert.

Impfungen für 12- bis 17-Jährige gibt es am Dortmunder Impfzentrum mittwochs und sonntags von 14 bis 19 Uhr ohne Termin. Nötig ist allerdings die Einwilligung aller Sorgeberechtigten – entweder schriftlich inklusiver einer Kopie des Personalausweises oder durch persönliche Anwesenheit.

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Redaktion Dortmund
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Bastian Pietsch

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