Die Übergangsfrist zum neuen Waffengesetz endet bald (Symbolbild). © picture alliance/dpa
Waffengesetz

Mehr Schusswaffen in Dortmund – Neues Gesetz könnte Zahl weiter steigen lassen

Schon seit Anfang September 2020 gibt es ein neues Waffengesetz. Bald könnten die neuen Regeln die Zahl der gemeldeten Waffen in Dortmund nochmal in die Höhe schnellen lassen – denn dann endet eine Frist.

Im vergangenen Herbst ist ein neues Waffengesetz für bestimmte Waffen und Waffenteile in Kraft getreten. Inhabern wurde eine einjährige Übergangszeit gewährt, um diese anzumelden oder abzugeben.

Bis Dienstag (27.7.) wurden bei der Dortmunder Polizei in diesem Jahr insgesamt 6286 kleine Waffenscheine beantragt. Das sind rund 100 mehr als im Vorjahr. Insgesamt 17.956 erlaubnispflichtige Schusswaffen sind momentan in Dortmund registriert.

„Dabei ist anzumerken, dass eine Person natürlich mehrere erlaubnispflichtige Schusswaffen besitzen kann“, erklärt Dana Seketa, Pressesprecherin der Polizei.

Zahl könnte durch neues Gesetz noch steigen

Und es könnten durch das neue Waffengesetz noch mehr werden. Denn dadurch müssen mehr Waffen als vorher angemeldet werden.

Dabei geht es um sogenannte Salutwaffen (ehemals scharfe Schusswaffen, die für Theateraufführen oder ähnliches umgebaut wurden), manche Pfeilabschussgeräte und freie Waffenteile wie zum Beispiel Gehäuse und große Magazine.

Noch bis zum 1. September 2021 können bei der Polizei angemeldet werden, ohne dass es strafrechtliche Konsequenzen gibt. Denn danach läuft die Übergangsfrist ab und der Besitz ohne Anmeldung wird illegal.

Bis dahin haben die Besitzer solcher Waffen und Waffenteile nun noch Zeit, um diese anzuzeigen. Entweder kann die Person selbst eine Erlaubnis beantragen oder diese jemand mit Berechtigung übergeben. Auch eine Vernichtung der Waffen ist möglich. Gleiches gilt auch für sogenannte Dekowaffen, als unbrauchbar gemachte Schusswaffen.

Neue Regeln für halbautomatische Waffen

Auf Anfrage erklärte die Dortmunder Polizei jedoch, dass bislang keine Salutwaffen oder Pfeilabschussgeräte, die seit der Änderungen den Schusswaffen gleichgestellt sind, angemeldet wurden.

Wie viele Waffen seit Erlass des Gesetzes bis jetzt insgesamt angemeldet wurden, konnte Seketa nicht beantworten. Für bestimmte Zeiträume werden solche Vorgänge nicht erfasst.

Anders ist es bei halbautomatischen Waffen, die ebenfalls unter das neue Waffengesetz fallen. Da erklärt Dana Seketa: „Für diejenigen, die diese bereits vor dem 1. September 2020 legal besessen und angemeldet haben, besteht trotz Änderung kein Handlungsbedarf. Wer sie nicht angemeldet hat, besitzt sie demnach illegal.“

Änderungen gibt es auch für Sportschützen: Wer eine gelbe Waffenbesitzkarte hat, darf nur noch maximal zehn Schusswaffen erwerben und besitzen. Für Sportschützen, die vor dem 1. September 2020 jedoch schon mehr als zehn Schusswaffen besaßen, gilt der sogenannte Bestandsschutz. Sie müssen also keine der Waffen wieder abgeben.

Außerdem muss jeder Waffenbesitzer beim Aufsuchen eines Waffenhändlers seine Nationale Waffenregister-Identifikationsnummern (NWR-IDs) angeben.

Über die Autorin
Freie Mitarbeiterin
1993 in Werne geboren. Habe Geschichte und Religionswissenschaften an der Ruhr-Uni Bochum studiert. Seitdem ich 15 bin bei Lensing Media: Angefangen in der Lokalredaktion Werne, inzwischen fast nur noch als Freie Mitarbeiterin in der Stadtredaktion Dortmund.
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Verena Schafflick

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