Mehr Wohnungsneubauten in 2019 - doch jetzt droht die Corona-Krise

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2000 neue Wohnungsneubauten hat die Stadt als Ziel ausgegeben, um den Wohnungsmangel zu lindern. Das Ziel wurde 2019 fast erreicht. Jetzt drohen Auswirkungen durch die Corona-Krise.

Dortmund

, 25.04.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eine Wohnungsbau-Offensive hat die Stadt schon vor Jahren gestartet. Denn auf dem Wohnungsmarkt ist es eng geworden. Um eine drohende Wohnungsnot zu verhindern, sollen mindestens 2000 neue Wohnungen pro Jahr gebaut werden, hat Planungsdezernent Ludger Wilde als Ziel ausgegeben.

Wie viele Wohnungen im vergangenen Jahr tatsächlich gebaut und bezogen wurden, ist noch nicht erfasst. Ein Indikator ist aber die Zahl der Baugenehmigungen, die die Stadt im Jahr 2019 für Wohnungsbauten erteilt hat. Landesweite und lokale Zahlen hat dazu jetzt der Landesbetrieb IT.NRW geliefert.

Ziel ist fast erreicht

Und danach ist das Ziel von 2000 neuen Wohnungen fast erreicht. Denn nach der Bilanz für 2019 wurden in Dortmund Baugenehmigungen für 1881 Wohnungen erteilt. Das ist ein dickes Plus von 14,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr und auch ein Wert, der deutlich über dem landesweiten Zuwachs von 3,2 Prozent liegt.

Entsprechend zufrieden zeigt sich Ludger Wilde. Das sei der höchste Wert in den vergangenen zehn Jahren, stellt der Planungsdezernent fest. „Das zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“

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Nachdem angesichts des Baubooms zuletzt schon die Kapazitäten der Bauwirtschaft Grenzen für weiteres Wachstum gesetzt hatten, drohen nun allerdings die Folgen der Corona-Krise. Im ersten Quartal 2020 habe es noch keine negativen Auswirkungen auf die Zahl der Baugenehmigungen gegeben, berichtet Wilde. In den letzten Wochen gebe es „gefühlsmäßig“ aber nun einen Rückgang. Vertreter der Bauwirtschaft hatten Befürchtungen vor Lieferengpässen wegen der Corona-Krise geäußert.

Thema dürfte im Wahlkampf eine Rolle spielen

In jedem Fall wird die Wohnungsbaupolitik im Kommunalwahlkampf wohl eine große Rolle spielen. SPD-Oberbürgermeister-Kandidat Thomas Westphal, aktuell Chef der städtischen Wirtschaftsförderung, hatte bereits erklärt, das Thema Wohnungsbau zur Chefsache machen zu wollen.

Er gab das Ziel von 20.000 neuen Wohnungen für die nächsten zehn Jahre aus - was der schon angestrebten Marke von 2000 Neubauten pro Jahr entspricht.

Erreichen will er das unter anderem durch ein stärkeres Engagement der Stadtentwicklungsgesellschaft, die auf städtischen Flächen selbst bauen soll, eine neue Servicestelle, die Investoren aus einer Hand betreut, den Ausbau der Wohnungsaufsicht und die Sicherung städtischer Flächen für „gemeinwohlorientiertes Bauen“.

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Nicht zuletzt setzt Westphal auf das schon bestehende Netzwerk im Wohnungsbereich etwa mit den Wohnungsgesellschaften. Die Bereitschaft der Wohnungswirtschaft dazu ist da, wie Franz-Bernd Große-Wilde als Vorstandschef des Spar- und Bauvereins deutlich macht.

Beim Mieterverein begrüßt man die Ankündigung, dass die Stadt selbst beim Wohnungsbau stärker aktiv werden soll.

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