Arroganz oder Sportsgeist? Dieser CDU-Senkrechtstarter will an die Spitze

mlzKommunalwahl 2020

Mit einer „runderneuerten Mannschaft“ tritt die CDU im Stadtbezirk Mengede zur Kommunalwahl im September an. Der Spitzenkandidat ist dabei ein selbstbewusster Senkrechtstarter.

Mengede

, 09.01.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Personalie überrascht: Holger Martens ist der Spitzenkandidat der CDU im Stadtbezirk Mengede für die Kommunalwahl am 13. September. Dann würde er gerne den Job von Wilhelm Tölch (SPD) als Bezirksbürgermeister übernehmen. Der 56-Jährige ist einer der Neuen auf der zehnköpfigen Kandidatenliste für die Bezirksvertretung. Und noch gar nicht lange Mitglied der CDU. „Ein Seiteneinsteiger ist er nicht, eher Senkrechtstarter“, sagt Erwin Bartsch, Vorsitzender der im Herbst fusionierten CDU im Stadtbezirk.

Holger Martens trat erst im November 2018 der Union bei. „Ich war mein ganzes Leben nicht in einer Partei“, sagt er. „Aber ich musste mich im Alter belehren lassen, dass ich nur da etwas verändern kann.“

Spitzenkandidat machte in Nette sein Abitur

Vor allem im Raum Bodelschwingh/Westerfilde ist Holger Martens aber kein gänzlich Unbekannter. Seit 31 Jahren arbeitet der Diplom Betriebsökonom im Bereich Finanzdienstleistungen und leitet in Bodelschwingh eine Bezirksdirektion mit zehn Mitarbeitern.

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In den Stadtteilen sieht er sich vererdet, unterstützte über seine Firma Sportvereine und die Freiwillige Feuerwehr. 1983 machte er am Netter Heinrich-Heine-Gymnasium sein Abitur.

„Ich trete nicht an, um Zweiter zu werden“

Martens will auf die Menschen im Stadtbezirk zugehen, ihnen zuhören. „Das ist die einzige Chance gegen die Politikverdrossenheit. Wir müssen gucken, dass wir den Bürger mitnehmen auf die Reise.“ Im Werben um Wähler, die er – da grüßt der Betriebsökonom – Zielgruppe nennt, sieht er sich nicht chancenlos. „Ich trete nicht an, um Zweiter zu werden“, sagt er selbstbewusst. „Das ist jetzt keine Arroganz, sondern Sportsgeist.“

Arroganz oder Sportsgeist? Dieser CDU-Senkrechtstarter will an die Spitze

Mit bekannten und neuen Gesichtern geht die Mengeder CDU in die Kommunalwahl im September. Vorsitzender Erwin Bartsch (2.v.l.) kandidiert nicht erneut für den Rat. © Uwe von Schirp

Sein Wahlprogramm werde der CDU-Stadtbezirk erst nach einer Klausurtagung Anfang April bekannt geben, kündigt Erwin Bartsch an. Fest stehen dagegen die Kandidaten einer, so Bartsch, „runderneuerten Mannschaft“.

Auf der Liste folgen Andreas Flur, Dirk Reddig, Michael Batzdorff, Petra Batzdorff, Karin Lehnert, Tanja Flur, Dr. Patrick Bartsch, Erwin Bartsch und Petra Ströbele-Both. Fünf Sitze holte die CDU bei der Kommunalwahl 2014 – bei einem Stimmenanteil von 24,6 Prozent.

Derzeitige Parteispitzen treten nicht mehr an

Gerhard Kuck, bisher stellvertretender Bezirksbürgermeister, und Fraktionschef Joachim Farnung treten nicht mehr an. „Aus persönlichen Gründen“, erklärt Farnung beim Pressegespräch. „Nach etlichen Jahren in der Fraktion hören wir auf, werden sie aber im Hintergrund unterstützen.“

Arroganz oder Sportsgeist? Dieser CDU-Senkrechtstarter will an die Spitze

Michael Batzdorff, Lars Vogeler und Tanja Flur (v.l.) kandidieren für die CDU im Stadtbezirk Mengede für den Rat. © Joachim Farnung

Aus der ersten Reihe der Mandatsträger will sich auch Erwin Bartsch zurückziehen. Er kandidiert nicht für den Rat und für die Bezirksvertretung nur auf Platz 9. „Ich werde 71 und habe die Altersgrenze erreicht“, sagt er. „Man muss auch gehen können.“ Für den Stadtrat kandidieren für die Christdemokraten Michael Batzdorff (Wahlbezirk Bodelschwingh/Westerfilde), Tanja Flur (Nette) und Lars Vogeler (Mengede).

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