Messer bohrte sich in die linke Brust

12.09.2007, 18:56 Uhr / Lesedauer: 1 min

Es war eine lebensgefährliche Aktion. Im vergangenen März stach eine 33-jährige Mutter ihrem Lebenspartner (25) mit einem Messer in die linke Brust. Gestern beschäftigte der Fall das Dortmunder Amtsgericht.

Die Angeklagte kann heilfroh sein, dass sie nicht vor dem Schwurgericht gelandet ist. Wie knapp es war, zeigt schon der Hinweis, der noch immer auf dem Deckel ihrer Akte klebte. Dort stand auch gestern noch die Formulierung: versuchter Totschlag. Staatsanwalt Heiko Artkämper hatte tatsächlich in dieser Hinsicht ermittelt, den Fall dann aber doch nicht so hoch aufgehängt.

Und so erschien die 33-jährige Frau vor einem einfachen Strafrichter und hatte nicht einmal einen Verteidiger dabei. Der Vorwurf hörte sich nun aber auch längst nicht mehr so dramatisch an. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft warf der Dortmunderin im Prozess nur noch fahrlässige Körperverletzung vor. Und so sah es auch die Angeklagte, die von einem tragischen Unfall sprach und dabei bitterlich weinte.

Dabei hatte damals eigentlich alles ganz harmlos begonnen. Die Angeklagte hatte mit ihrem Freund getrunken und Karten gespielt, ein Nachbar war ebenfalls mit dabei. Und so wurde die Nacht lang und länger. Irgendwann ging die 33-Jährige dann ins Bett, konnte wegen der lärmenden Männer jedoch nicht einschlafen.

Und dann ging angeblich alles ganz schnell. Ein Wort gab das andere, die Angeklagte zerschmiss in der Küche jede Menge Geschirr. Und als sie gerade ein Messer in der Hand hielt, wollte ihr Freund sie angeblich umarmen und so beruhigen. Und schon war es passiert. Die Messerspitze bohrte sich zwei Zentimeter tief in die Brust des Mannes. Lebensgefahr!

Ein Versehen? Staatsanwalt und Gericht hatten auch gestern noch so ihre Zweifel, konnten das Gegenteil jedoch nicht beweisen. Und so fiel die Strafe mit 700 Euro (70 Tagessätze) am Ende ziemlich milde aus. Die Angeklagte wusste das zu schätzen. Ihr Kommentar: "Vielen Dank." Jörn Hartwich

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