Neue Details: Kinder am Eiswagen mussten Messerattacke mit ansehen

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Am Montag (1.6.) ist einer 27-jährigen Dortmunderin ein Messer ins Gesicht gestoßen worden. Die Mutter des Opfers offenbart jetzt Details zur Tat. Darunter Sprachnachrichten mit heftigen Drohungen.

Jungferntal-Rahm

, 04.06.2020, 16:26 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bisher waren nur wenige Einzelheiten zu dem Messerangriff am Montagnachmittag (1.6.) bekannt. An der Jungferntalstraße nahe der Haltestelle „Bothestraße“ hatte eine 19-jährige eine 27-jährige Dortmunderin mit einem Messer schwer verletzt.

Die Polizei konnte die Angreiferin kurz nach der Tat festnehmen. Gegen sie wurde ein Strafverfahren wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung eingeleitet. Die Kriminalpolizei ermittelt nun die Hintergründe der Tat. Derzeit ist die 19-Jährige allerdings wieder auf freiem Fuß.

Ein Umstand, den die Mutter des Opfers nicht nachvollziehen kann. „Wie kann das sein, dass so jemand einfach frei kommt?“, fragt die Frau, die ihren Namen nicht öffentlich nennen möchte. Mit dem Einverständnis ihrer Tochter offenbart sie nun aber Details zu den mutmaßlichen Hintergründen der Tat.

Angreiferin verschickte Droh-Nachrichten

„Es gab keinen Konflikt zwischen meiner Tochter und diesem Mädchen“, stellt die Mutter der Geschädigten zunächst klar und widerspricht damit den ersten Vermutungen der Polizei, dass es im Vorfeld der Tat Streit zwischen den beiden Frauen gegeben haben könnte.

Ihre Tochter habe die 19-Jährige jedoch noch nicht einmal persönlich gekannt, nur auf Instagram-Fotos gesehen, so die Mutter. Allerdings sei der Freund der jungen Frau ein entfernter Bekannter ihrer Tochter.

„Das Mädchen scheint krankhaft eifersüchtig zu sein“, erzählt die Mutter. Es habe „sämtliche weibliche Kontakte auf dem Handy ihres Freundes herausgesucht und Droh-Nachrichten verschickt.“ Davon seien beispielsweise auch eine Freundin ihrer Tochter und deren Schwester betroffen gewesen.

Anfangs sogar stärker als die 27-Jährige selbst. Als diese jedoch den Freund der 19-Jährigen kontaktierte, um ihm von den Nachrichten zu erzählen, sei sie in den Fokus ihrer späteren Angreiferin geraten.

„Die Tat wurde mehrfach angekündigt“

Die 27-Jährige erhielt regelmäßig Sprachnachrichten mit heftigen Beleidigungen. Darunter waren „Mistweib“ und „Opferperle“ noch die harmlosesten. „Das Mädchen hat die Tat mehrfach angekündigt“, sagt die Mutter.

In einer Nachricht, die der Redaktion vorliegt, fallen eindeutige Sätze wie: „Ich steck dir ein Messer in die Fresse“ oder „Ich spuck dir in die Fresse, wenn wir uns sehen, und steche dir die Augen aus“. Dennoch habe ihre Tochter die verbalen Angriffe nicht ernst genommen und nicht darauf reagiert, so die Mutter.

Auch, weil der Freund der 19-Jährigen wohl einen mäßigenden Einfluss auf seine aktuelle Ex-Partnerin hatte. „Meine Tochter hat mich immer beruhigt und meinte, das Mädchen sei doch noch jung, die würde nur reden.“

Wochenlang sei sie dann auch ruhig geblieben. Bis Montagnachmittag. „Meine Tochter hat auf ihren Freund gewartet, als das Mädchen auf sie zukam“, erzählt die Mutter. „Sie hat sie von den Fotos erkannt.“

Die 19-Jährige habe direkt ein Messer gezückt. Bei einem ersten Stoß in den Kiefer-Bereich habe sie Gefäße durch- und ein Stück der Zunge der 27-Jährigen abgetrennt. Weitere Schnitte an Arm und Rücken folgten.

Vernehmung steht noch aus

Passanten hätten die Angreiferin dann vertrieben. „Gegenüber stand ein Eismann. Alle Kinder, die dort in der Schlange standen, mussten die Tat mit ansehen“, erzählt die Mutter. „Meine Tochter hat selbst zwei Kinder. Ich will gar nicht daran denken, was alles hätte passieren können.“

Sie sei fassungslos, dass die Angreiferin nun nicht in Untersuchungshaft sei. „Zum Zeitpunkt der Festnahme lagen keine Haftgründe vor“, erklärt Polizei-Pressesprecher Gunnar Wortmann dazu. Es habe weder eine Fluchtgefahr noch die Gefahr bestanden, dass weitere Straftaten verübt werden.

„Im Laufe der Ermittlungen wird jedoch alles immer wieder auf Grundlage des dann aktuellen Kenntnisstandes neu bewertet“, so Wortmann. Dazu werde beispielsweise die Vernehmung des Opfers beitragen.

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