Nach Messerattacke: Schulleiter beurteilt Gefahrenlage rund um den Tatort

mlzBewaffneter Überfall

Ein 16-jähriger Dortmunder ist am 12. September mit einem Messer angegriffen worden – ganz in der Nähe der Heinrich-Böll-Gesamtschule. Schulleiter Tobias Schnitker schätzt die Situation ein.

Lütgendortmund

, 02.10.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Tatort an der Westermannstraße, wo ein 16-jähriger Dortmunder von zehn bis zwölf Jugendlichen angegriffen und schließlich mit einem Messer verletzt wurde, liegt ganz in der Nähe der Heinrich-Böll-Gesamtschule (HBG) in Lütgendortmund.

Schulleiter Tobias Schnitker zeigt sich drei Wochen nach dem Vorfall im Gespräch mit der Redaktion schockiert von der Tat. Nur einen Steinwurf vom Schulgelände entfernt bangte das 16-jährige Opfer am 12. September (Samstag) um sein Leben. „Mein Sohn dachte, er muss sterben“, sagte die Mutter wenige Tage nach der Messerattacke.

Sie wolle andere Jugendliche, Kinder und deren Eltern vor der gefährlichen Gruppe warnen, die sich im Umfeld der Heinrich-Böll-Gesamtschule (HBG) herumtreibe. „So etwas darf nicht noch einmal passieren“, sagte die Frau, die ihren Namen nicht öffentlich nennen möchte. Doch sind Westermannstraße und Volksgartenstraße nun tatsächlich ein Gefahrenbereich?

Jugendliche halten sich auf dem Schulhof auf

„Das, was dem Jungen widerfahren ist, ist außerhalb der Schulzeiten passiert“, sagt Tobias Schnitker. „Was genau abseits des Unterrichts hier los ist, kann ich nicht beurteilen.“ Er sehe lediglich immer wieder Hinterlassenschaften wie leere Flaschen und Pizza-Kartons auf dem Schulgelände, die von abendlichen Jugendtreffs zeugen.

Aggressive Vorkommnisse wie beispielsweise Vandalismus gebe es an der Heinrich-Böll-Gesamtschule jedoch äußerst selten. Auch von Prügeleien oder – wie im Fall der Messerattacke – Gruppen-Angriffen auf Einzelpersonen habe er bislang nicht gehört.

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Der Vorfall vom 12. September sei damit in seinen Augen ein schrecklicher Einzelfall. „Wären Täter oder Opfer Schüler unserer Schule, hätten wir die Geschehnisse hier sorgsam aufgearbeitet und Hilfe angeboten“, sagt Tobias Schnitker. Doch das sei nicht der Fall, es gebe keinen Schulbezug.

Von der Gruppe Jugendlicher, die den 16-Jährigen attackiert hat und sich häufiger im Umfeld der Schule aufhalten soll, habe er bis zu dem Messerangriff vom 12. September zudem noch nichts gehört, so der Schulleiter.

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HBG ist kein kriminelles Umfeld

In Bezug auf die Warnung der Mutter des Opfers vor dem Bereich rund um die Westermannstraße sagt Tobias Schnitker: „Ich habe hier keine Angst und nicht das Gefühl, dass wir uns in einem kriminellen Umfeld befinden. Etwas Derartiges habe ich bislang auch weder von Schülern noch von Eltern gehört.“

Die Polizei ermittelt indes weitere Tatverdächtige, nachdem der mutmaßliche Haupttäter (14) und zwei weitere Verdächtige (15 und 16) vorläufig wieder auf freien Fuß gesetzt wurden und ihre Strafverfahren erwarten.

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