Fehlerhafte Mieterhöhung: Mieterverein warnt vor voreiliger Unterschrift

mlzWohnungsmarkt

Der Dortmunder Mieterverein rät von der voreiligen Unterzeichnung einer Mieterhöhung ab. Denn im Dortmunder Westen sind zahlreiche Mieter von einer fehlerhaften Erhöhung betroffen.

Kirchlinde, Mengede

, 18.10.2020, 13:48 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn die Mieterhöhung per Post eingeht, sollten Mieter im Dortmunder Westen nicht sofort den Kugelschreiber zur Unterschrift zücken. Viele sind von einer fehlerhaften Mieterhöhung betroffen, wie der Dortmunder Mieterverein in einer Pressemitteilung erörtert.

So erhielten Mieter der SHV Immobilien-Verwaltungs GmbH in Kirchlinde und Mengede Mitte September Mieterhöhungen. Demnach sollen sie einer Erhöhung um bis zu 50 Euro zum 1. Dezember zustimmen. Der Mieterverein Dortmund prüfte dies für seine Mitglieder, stellte gleich drei Fehler bei der Berechnung der Erhöhung fest und fordere nun deren Rücknahme, heißt es.

Die SHV besitzt circa 235 Wohnungen an der Hobestadt und der Stürzelbreite in Mengede sowie an der Hangeneystraße, der Thoniesstraße und der Ermbrachtstraße in Kirchlinde.

Abweichungen sind nur in Ausnahmefällen erlaubt

„Nach Hinweisbeschlüssen des Landgerichtes Dortmunds darf vom Medianwert nur in Ausnahmefällen abgewichen werden“, erklärt Rainer Stücker, Geschäftsführer des Mietervereins Dortmund.

Ein Vermieter, der nach oben hin abweichen möchte, müsse in der Mieterhöhung bezüglich aller Wohnwertmerkmale angeben, warum er die Wohnung zu vergleichbaren Wohnungen insgesamt für überdurchschnittlich halte. Das sei bei den Wohnungen der SHV nicht der Fall.

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Zudem dürfen die Mieten innerhalb von drei Jahren insgesamt nur um 20 Prozent steigen. Im Fall der jetzigen SHV-Wohnungen hatte der vorherige Eigentümer, die Vonovia, noch 2019 die Miete erhöht. „Korrekterweise müsste eine neue Mieterhöhung sich auf die gezahlte Miete vor der Mieterhöhung durch die Vonovia beziehen“, heißt es in der Pressemitteilung des Mietervereins.

Skandalöse Mieterhöhung

Die Mieterhöhungen der SHV schlagen zum Teil jedoch 20 Prozent auf die aktuell gezahlte Miete auf. „Wir gehen davon aus, dass die SHV mit dem Kauf der Immobilien im letzten Jahr auch die Informationen zu den vorherigen Mieterhöhungen erhalten hat. Diese dann jetzt zu ignorieren ist skandalös“, sagt Markus Roeser vom Mieterverein.

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Skandalös sei darüber hinaus die kurze Zustimmungs-Frist bis zum 31. Oktober, die die üblichen zwei Monate unterschreitet. Das übe unnötigen Druck aus. „Durch die kurze Frist werden die Mieter verunsichert und dazu motiviert, schnell zu unterschreiben. Wer aber einmal unterschreibt, der stimmt der Mieterhöhung zu, auch wenn sie ungerechtfertigt ist“, sagt Rainer Stücker.

Dennoch fordert der Mieterverein die SHV auf, auch die Mieterhöhungen zurückzunehmen, denen bereits zugestimmt wurde. Gleichzeitig appelliert er an Mieter, Mieterhöhungen stets zu prüfen oder prüfen zu lassen.

Informationsmaterial und der örtliche Mietspiegel seien kostenlos beim Mieterverein Dortmund erhältlich.

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