Milliarden-Projekt mit Wohnungen und FH-Campus wird immer konkreter

mlzStadtentwicklung

Ein neues Stadtviertel und ein zentraler Campus für die Fachhochschule Dortmund soll mit dem Projekt „Smart Rhino“ auf dem Ex-HSP-Gelände entstehen. Jetzt gibt es erste Signale vom Land.

Dortmund

, 18.06.2020, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Viel Lob gab es Anfang Juni im Ausschuss für Stadtentwicklung für das Projekt „Smart Rhino“. Von „Riesenchance“ und „Glücksfall“ war die Rede.

Auf dem 53 Hektar großen Areal des früheren Hoesch-Spundwand-Werks (HSP) soll ein digitales Stadtquartier mit Wohnen, Büros und viel Grün werden.

Das Herzstück: Ein neuer Campus für die Fachhochschule Dortmund, deren Fachbereiche bislang auf verschiedene Standorte im Stadtgebiet verteilt sind, kombiniert mit einer „Science Factory“ als Gründerzentrum. Auf stolze 1,8 Milliarden Euro beziffert eine Machbarkeitsstudie die Gesamtinvestition.

Das HSP-Gelände aus der Luft: Hier soll das Projekt „Smart Rhino“ mit einem neuen Campus für die FH-Dortmund entstehen.

Das HSP-Gelände aus der Luft: Hier soll das Projekt „Smart Rhino“ mit einem neuen Campus für die FH-Dortmund entstehen. © Hans Blossey

Welche Bedeutung das Projekt für die Stadt und die beteiligten Akteure hat, macht nicht nur diese Summe, sondern auch die personelle Besetzung bei der Vorstellung von „Smart Rhino“ im Ausschuss deutlich.

Vom Junior-Chef der Thelen-Gruppe als Eigentümer und Entwickler der HSP-Fläche über FH-Rektor Schwick bis zu Vertretern der IHK wurde das Vorhaben in höchsten Tönen angepriesen - und fand dann auch breite Unterstützung bei allen Fraktionen.

Gespräche mit NRW-Ministerien

In ähnlich großer Besetzung mit Oberbürgermeister Ullrich Sierau, den Chefs der Thelen-Gruppe und FH-Rektor Wilhelm Schwick an der Spitze reiste eine Dortmunder Delegation am Montag (15.6.) auch zu ersten Arbeitsgesprächen mit dem Land NRW.

In Düsseldorf sind gleich mehrere Ministerien mit dem Vorhaben befasst, das auch ein Projekt der von Ministerpräsident Armin Laschet initiierten Ruhr-Konferenz ist soll. Der Reigen reicht vom am Montag gastgebenden Heimatministerium, das für Wohnen und Städtebau zuständig ist, über das Wissenschaftsministerium bis zum Finanzministerium, das für die Liegenschaften des Landes und damit auch für die Gebäude der FH zuständig ist.

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Eine klare Zusage, dass das Land den FH-Umzug unterstützt und mitfinanziert, gab es zwar noch nicht. Trotzdem kehrten die Dortmunder durchaus zufrieden aus Düsseldorf zurück - wie OB Sierau an diesem Donnerstag (18.6.) wohl auch dem Rat berichten wird. Denn man hat sich darauf verständigt, gemeinsam an dem Projekt weiterzuarbeiten und dafür unter anderem zwei Arbeitsgruppen zu gründen.

Land macht Gesamtrechnung auf

Das Land will dabei für eine Gesamtbetrachtung auch verschiedene Alternativen für die FH prüfen - vom Umzug auf einen neuen Campus bis zu einer Entwicklung an den bestehenden Standorten. Die Kosten für einen Umzug der FH werden in der „Smart Rhino“-Machbarkeitsstudie immerhin auf 614 Millionen Euro beziffert.

Auf der anderen Seite dürften aber auch die Kosten für die nötige Brandschutzsanierung der alten FH-Zentrale an der Sonnenstraße und die Erlöse durch die mögliche Vermarktung der von der Hochschule belegten Filetflächen im Kreuzviertel und anderswo stehen.

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Für die vergleichsweise neuen FH-Gebäude auf dem Campus Nord käme die unter Raumnot leidende Technische Universität (TU) in Frage. Entsprechendes Interesse hat bereits der ab September amtierende neue TU-Rektor Prof. Dr. Manfred Bayer in einem Interview mit unserer Redaktion angemeldet.

Voraussichtlich im August soll es weitere Gespräche mit den Vertretern der Ministerien geben. Ziel ist, bis Ende des Jahres eine Vereinbarung mit dem Land über eine Unterstützung der „Smart Rhino“-Pläne zu treffen, die dann auch durch einen Kabinettsbeschluss besiegelt werden könnte.

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Ein wenig drängt die Zeit. Nach der Zustimmung des Rates zur Weiterplanung auf Basis der Machbarkeitsstudie soll 2021 ein Realisierungswettbewerb stattfinden. 2023 könnten dann erste Erschließungsarbeiten starten, 2024 erste Neubauten für die FH. Bei der Internationalen Gartenausstellung (IGA) 2027 soll die alte HSP-Fläche als Strukturwandel-Projekt dann bereits eine große Rolle spielen.

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