Als Vorstand von Dortmunds zweitgrößtem Geldinstitut ist Martin Eul seit vielen Jahren eine prägende Person des Dortmunder Wirtschaftslebens. © Stephan Schütze (Archiv)
Generationenwechsel

Mit 60 ist Schluss: Volksbank-Chef Martin Eul hört frühzeitig auf

Seit Jahrzehnten ist er ein Fixpunkt im Dortmunder Wirtschaftsleben. Jetzt kündigt Volksbank-Chef Martin Eul seinen frühzeitigen Abschied an. Hinter ihm liegt ein außergewöhnliches Berufsleben.

Martin Eul leitet die größte Volksbank in Nordrhein-Westfalen, stieg nach dem Abschluss der 10. Klasse an der Hauptschule über eine mit 16 Jahren begonnene Ausbildung zum Vorstandsvorsitzenden der Dortmunder Volksbank auf. Diese nahezu beispiellose Karriere wird Martin Eul nun bald beenden.

Der fast 60-Jährige, der seit 2008 die Dortmunder Volksbank leitet, wird im Sommer nächsten Jahres auf eigenen Wunsch den Chefsessel an der Betenstraße frei machen.

Volksbank-Vorstand soll kleiner werden

„Ich habe dann 44 Berufsjahre und 26 Jahre im Vorstand hinter mir. Dies spielte in die Entscheidung mit hinein. Hauptsächlich will ich aber meinen Beitrag leisten, die Zahl der Mitglieder im Vorstand abzubauen – noch über das Ausscheiden von Jürgen Beissner hinaus, der am 1. Januar seinen Ruhestand antreten wird“, sagt Martin Eul.

Dass mit seinem Ausscheiden aus dem Volksbank-Vorstand wirklich ein Posten in dem aktuell 5-köpfigen Gremium eingespart wird, funktioniert deshalb, weil sein Nachfolger aus dem Vorstand kommt und aufrückt. Michael Martens wird am 1. August 2021 den Vorstandsvorsitz von Martin Eul übernehmen.

In der Dortmunder Volksbank vollzieht sich ein Generationswechsel. Vorstandsvorsitzender Martin Eul (l.) kündigt seinen Abschied an. Sein Nachfolger an der Spitze der Bank wird der 41-jährige Michael Martens (r.).
In der Dortmunder Volksbank vollzieht sich ein Generationswechsel. Vorstandsvorsitzender Martin Eul (l.) kündigt seinen Abschied an. Sein Nachfolger an der Spitze der Bank wird der 41-jährige Michael Martens (r.). © Volksbank/Jan Heinze © Volksbank/Jan Heinze

Martin Eul äußert sich sehr erfreut darüber, dass der 21-köpfige Aufsichtsrat in einer Videokonferenz am Mittwochabend dem Generationswechsel in dieser Form zugestimmt hat.

Nachfolger ist auch ein „Eigengewächs“

Michael Martens ist wie Martin Eul ein „Eigengewächs“ der Volksbank, er hat 1999 die Ausbildung begonnen. Nach seinem Studium der Betriebswirtschaftslehre in Oldenburg und Irland ist er 2006 direkt zur Volksbank zurückgekehrt und hat dort in anspruchsvollen Zeiten der Expansion maßgeblich den internen Bereich der Bank gestaltet. Am 1. Januar 2013 ist Michael Martens zum Generalbevollmächtigten und am 1. Januar 2015 zum ordentlichen Vorstandsmitglied der Volksbank ernannt worden.

Der 41-jährige Michael Martens ist Digitalisierungs- und IT-Experte, er steht in der Verantwortung für die Weiterentwicklung der Bank in diesen mit Blick auf die Zukunft besonders wichtigen Bereichen.

„Wir sind froh, mit Herrn Martens wieder einmal eine interne Lösung gefunden zu haben. Michael Martens ist wesentlicher und gestaltender Teil der nächsten Führungsgeneration. Mit seiner ruhigen und analytischen Art wird er die Bank weiterhin erfolgreich in die Zukunft führen“, sagt Ulrich Leitermann, Aufsichtsratsvorsitzender der Dortmunder Volksbank eG.

Den Stab wird Martin Eul am 1. August an Michael Martens übergeben. Er hat auch exakt an seinem 16. Geburtstag, dem 1. August 1977, die Ausbildung bei der Bank begonnen. An seinem 60. Geburtstag endet dann also sein Berufsleben.

Die Bank strategisch fortentwickelt

Bis dahin hat er jedoch noch eine große Aufgabe zu bewältigen – die Fusion mit der Volksbank Kamen/Werne eG. Es wird die sechste sein, die er in verantwortungsvoller Vorstands-Funktion mitgestaltet. Sie soll im Mai vollzogen werden, in der Hoffnung, dass die Corona-Pandemie dann die notwendige Versammlung von 200 Menschen erlaubt.

Martin Eul, der 1996 mit 35 Jahren in den Vorstand berufen wurde, hat sein besonderes Augenmerk immer auf die strategische Fortentwicklung der Bank gerichtet. So waren in dieser Zeit bereits fünf Fusionen mit Volksbanken im östlichen und nördlichen Ruhrgebiet wesentliche Meilensteine auf dem Weg zur größten Volksbank in Nordrhein-Westfalen und zur aktuellen Nr. 5 in Deutschland.

Der Aufsichtsratsvorsitzende der Bank Ulrich Leitermann sagt: „Martin Eul hat es mit Beharrlichkeit und Charme immer wieder geschafft, Menschen für sich und für die Volksbank zu gewinnen. Er ist das Gesicht der Bank und hat den Wesenskern unserer Volksbank über 44 Jahre lang, davon 26 Vorstandsjahre, davon wiederum 13 Vorsitzjahre, in idealer Weise verkörpert. Die Bank ist Herrn Eul zu großem Dank verpflichtet.“

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Redaktion Dortmund
Nach mehreren Stationen in Redaktionen rund um Dortmund bin ich seit dem 1. Juni 2015 in der Stadtredaktion Dortmund tätig. Als gebürtigem Dortmunder liegt mir die Stadt am Herzen. Hier interessieren mich nicht nur der Fußball, sondern auch die Kultur und die Wirtschaft. Seit dem 1. April 2020 arbeite ich in der Stadtredaktion als Wirtschaftsredakteur. In meiner Freizeit treibe ich gern Sport: Laufen, Mountainbike-Fahren, Tischtennis, Badminton. Außerdem bin ich Jazz-Fan, höre aber gerne auch Rockmusik (Springsteen, Clapton, Santana etc.).
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Peter Wulle

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