Die Teilnehmenden des Projekts „Lappenlos“ mit Andreas Meißner, Leiter des Projekts emissionsfreie Innenstadt, und Stefan Ganslmayer von DSW21. © Bastian Pietsch
„Lappenlos“

Mit dem Lastenrad nach Wuppertal – Dortmunder wollen ohne Auto auskommen

Jeweils eine Woche lang wollen vier Dortmunder Haushalte auf das Auto verzichten. Für alle ist es ein Testlauf: Kommen sie nur mit Lastenrad und ÖPNV durch ihre sehr unterschiedlichen Alltage?

Vier Dortmunder Haushalte wollen in den kommenden Wochen ohne Auto auskommen. Sie nehmen an einer Aktion der Stadtverwaltung Teil, bei der klimafreundliche Fortbewegung im Alltag ausprobiert werden soll. Die ausgewählten Teilnehmenden des Projekts „Lappenlos“ haben durchaus unterschiedliche und teils wohl kräftezehrende Vorhaben.

Zwei Familien wagen den Testlauf

Die vierköpfige Familie Lönnendonker wohnt in der östlichen Innenstadt. Für Marcus Lönnendonker ist die autofreie Woche ein Testlauf. Mit dem Auto in der Innenstadt unterwegs zu sein und einen Parkplatz zu finden, werde „immer nervenaufreibender“, wie er sagt. Deshalb und auch aus Umweltschutzgründen überlege die Familie, ganz auf das Auto zu verzichten.

Gerade für Einkäufe setzen die Lönnendonkers ihre Hoffnungen auf das Lastenrad. Mit dem Projekt wollen sie herausfinden, ob das auch wirklich praktikabel ist und wo man ein solches großes Fahrrad zu Hause abstellen und aufladen kann.

Auch die Familie Ekeryilmaz aus Aplerbeck sieht in dem Projekt einen Testlauf. Sie verbinden damit auch eine Vorbildfunktion für ihre zwei Kinder. „Wir wollen unsere Stadt und Umwelt weniger belasten, unseren Kindern die täglichen Autofahrten ersparen und ihnen vorleben, dass wir ohne Auto zurechtkommen.“ Koray Ekeryilmaz hat allerdings auch einen skeptischen Blick auf den Auto-Verzicht, insbesondere bei Regen.

Ein Auto haben, nur um zur Arbeit zu pendeln?

Uta Trabert will in ihrer Woche ohne Auto vor allem die Wege zu ihrer Arbeit im Klinikum Nord auskundschaften. In der Zeit habe sie verschiedene Dienste zwischen 7.30 und 22 Uhr. Mit dem Ticket wolle sie herausfinden, ob der öffentliche Nahverkehr eine Alternative auch beim Schichtdienst ist.

Eine besondere Herausforderung hat sich Björn Bönninghoff vorgenommen. Der Softwareentwickler pendelt zur Arbeit nach Wuppertal. Das sei eigentlich der einzige Grund, warum er überhaupt ein Auto habe. Nun will er die Strecke mit dem Regionalexpress machen – und vom Bahnhof zu seinem Arbeitsplatz mit dem Lastenrad.

Wenn das Wetter mitspielt will er die Strecke zurück nach Dortmund auch mal nur mit dem Fahrrad machen. Zwei bis drei Stunden dürfte das dauern sagt er. Es wäre aber auch nicht das erste Mal, dass er den Weg auf dem Fahrrad zurücklegt.

Jeweils eine Woche Zeit

Eine Woche lang nimmt jeder der vier Haushalte klimafreundliche Alternativen zum Auto. Dafür hat die Stadtverwaltung ihnen zusammen mit DSW21 kostenlose 7-Tage-Tickets für das gesamte Dortmunder Stadtgebiet und ein Lasten-E-Bike zur Verfügung gestellt. Die Aktion läuft bis zum 19. Juli, danach wird Bilanz gezogen.

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Redaktion Dortmund
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Bastian Pietsch

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