Mit der Schließung von „Heidis Bistro“ am Mengeder Bahnhof ging ein großer Traum zu Ende

mlzMarkanter Rundbau

Seit Ende vergangenen Jahres ist „Heidis Bistro“ geschlossen. Der markante Rundbau am Mengeder Bahnhof hat eine besondere Geschichte. Seine Zukunft ist ungewiss.

Mengede

, 12.02.2019, 14:39 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit der Eröffnung von „Heidis Bistro“ am Mengeder Bahnhof erfüllte sich die Mengederin Heidi Mönnich 2013 einen großen Traum. Ende des vergangenen Jahres gab die 64-Jährige die Schlüssel für den urigen Rundbau wieder ab.

Denn seit dem 1. Januar 2018 ist Heidi Mönnich offiziell Rentnerin, die sich nun darauf freut, mehr Zeit mit ihrem Mann Rolf (77) verbringen zu können. „Und ich muss nicht mehr jeden Morgen um 4.15 Uhr aufstehen.“

Im August 2017 war die Welt der Mönnichs noch in Ordnung.

Im August 2017 war die Welt der Mönnichs noch in Ordnung. © Beate Dönnewald

In die Freude mische sich aber auch Wehmut, erzählte Heidi Mönnich am Dienstag im Telefoninterview mit dieser Redaktion. „Das Bistro aufzugeben, war kein leichter Schritt. Es war für uns ein kleines Familienunternehmen, die Schließung hat uns allen wehgetan.“ Doch der Kundenstamm sei immer mehr geschrumpft – und damit auch der Umsatz.

„Das Bistro hat sich am Ende einfach nicht mehr getragen. Einige Stammkunden sind verstorben, andere sind in der Mittagspause nicht mehr gekommen“, so Heidi Mönnich. Schweren Herzens habe sie sich dann in Absprache mit ihrem Mann und ihren Töchtern gegen eine Weiterführung entschieden. Letztlich sei dies auch eine Entscheidung für die Gesundheit gewesen.

Stammkunden haben mit Bedauern und Verständnis reagiert

Die restlichen Stammkunden, darunter auch treue Busfahrer, hätten mit Bedauern, aber auch mit Verständnis auf die Schließung reagiert. Man habe die Gäste peu à peu informiert und deshalb auf ein offizielles Abschiedsfest verzichtet.

An ihr neues Leben müsse sie sich aber erst noch gewöhnen, sagt Heidi Mönnich.

Natürlich sei es schön, sich wieder mehr mit Freunden verabreden oder spontan einen Ausflug machen zu können. Ihr momentaner Gemütszustand lasse sich am besten so beschreiben: „Ich habe ein lachendes und ein weinendes Auge.“

Beinahe täglich komme sie an ihrem ehemaligen Schmuckstück vorbei, das sei jedes Mal sehr aufwühlend.

Am 29. Oktober 2015 krachte ein Auto in Heidis Café. Das Gebäude wurde in großen Teilen zerstört und später wieder aufgebaut.

Am 29. Oktober 2015 krachte ein Auto in Heidis Café. Das Gebäude wurde in großen Teilen zerstört und später wieder aufgebaut. © IDA news/René Werner (Archiv)

Aufwühlend waren auch die vergangenen fünf Jahre für Heidi Mönnich und ihren Mann. Das Bistro ans Laufen zu bekommen und sich einen Kundenstamm aufzubauen, sei nicht leicht gewesen. „Das hat Jahre gedauert“, sagt Rolf Mönnich. Und dann war da noch der 29. Oktober 2015, als um 11.30 Uhr ein Auto durch die Scheiben des Straßen-Cafés schoss und es in großen Teilen zerstörte.

Herumfliegende Steine verletzten Heidi Mönnich

Durch die herumfliegenden Steine wurde Heidi Mönnich leicht verletzt. Glücklicherweise waren zu diesem Zeitpunkt keine Gäste im Bistro. Bis heute wird die Mengederin von diesem schrecklichen Moment verfolgt. „Er ist immer noch präsent, auch wenn es weniger wird. Manchmal träume ich noch davon“, sagt sie.

Durch den Unfall und seine Folgen war für eine Weile auch die berufliche Existenz von Heidi Mönnich zerstört.

Denn es sollte Monate dauern, bis sie nach der umfangreichen Sanierung durch die Eigentümer wieder hinterm Tresen stehen und ihre Gäste mit selbst gemachten Mittagsgerichten und Kuchen verwöhnen konnte. Und das in einem völlig neuen Ambiente: Die beiden Töchter der Mönnichs hatten die Inneneinrichtung übernommen und sich für einen friesischen Stil entschieden. Außerdem wurden die getönten Frontscheiben gegen glasklare ausgetauscht.

Bistro ist komplett leer geräumt

Von der Einrichtung ist nichts mehr zu sehen. Die Mönnichs haben ihr Bistro komplett leer geräumt. Tische, Stühle, Bilder, Dekoartikel wurden verkauft oder sind zwischengelagert. „Für einen Verkauf ist gerade kein guter Zeitpunkt. Das wird im Frühjahr besser klappen“, sagt Heidi Mönnich. Sie sei nun ganz gespannt, wie es mit der Immobilie weitergeht. „Sie hat zwar einige Jahre auf dem Buckel, aber es wäre schade, wenn sie leer bliebe.“

Hier können sich interessenten melden

  • Die Zukunft der leer stehenden Immobilien steht noch in den Sternen.
  • Laut Immobilienverwalter Manfred Baier überlegen die Eigentümer momentan, ob sie das Gebäude verkaufen oder wieder vermieten.
  • Interessenten können sich unter Tel. 33 73 71 melden. Zum Mietpreis wollte sich der Verwalter nicht äußern.
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