Mit dieser Musik beruhigt das Tierheim seine Hunde

Bach, Händel und Debussy

Im Dortmunder Tierheim gibt's seit Kurzem Streicheleinheiten gegen Unruhe und lautes Bellen in den Zwingern. Allerdings nicht per Hand, sondern über Nase und Ohren. Die Tierpfleger arbeiten mit Duftaromen und Musik - und haben festgestellt, dass es funktioniert. Eine Hörprobe:

DORTMUND

, 10.02.2016, 02:28 Uhr / Lesedauer: 1 min

Im Dortmunder Tierheim gibt's seit sieben Wochen gegen Unruhe und Angst etwas auf die Nase, nämlich Sandelholzduft. Peter Hobrecht, bei der Stadt Bereichsleiter für das Tierschutzzentrum in Dorstfeld, stieß auf eine wissenschaftliche Studie darüber, dass Tiere mit Aromatherapie beruhigt werden können. 

Unruhig sind sie vor allem abends, wenn die Tiere sich im Tierheim allein überlassen bleiben. Deshalb stellen  Tierpfleger Sebastian Schwarz und seine Kollegen zum Feierabend sogenannte Vernebler mit Sandelholz-Extrakt in die Gänge der Hundehäuser. Das Aroma wird in Intervallen abgegeben und verteilt sich im Raum. „Nach etwa ein, zwei Wochen waren die Hunde entspannter, wenn wir morgens kamen“, berichtet Schwarz. Die ätherischen Öle wirken - wie beim Menschen - über die Nase und die Haut ganz spezifisch auf das körperliche und seelische Wohlbefinden. 

Hundemusik soll für Entspannung sorgen

Für Entspannung in den Hundezwingern soll künftig auch Musik sorgen. Klassische Musik. Bach, Mendelssohn, Chopin, Händel und Debussy. Die sind für Hunde laut einer weiteren Studie besonders stressmindernd. „Es gibt spezielle CDs, gestaltet für das Hundegehör“, berichtet Hobrecht. Er hat sie aus den USA beschafft. Es gibt CDs für Welpen und ältere Hunde. 

Die Musik auf den CDs (Through a dog‘s ear) ist nach psychoakustischen Prinzipien arrangiert; denn die Komplexität der Kompositionen scheint einen entscheidenden Einfluss auf die Stressminderung der Tiere zu haben. Verlangsamter Rhythmus, abgesenkte Frequenzen, wenige Instrumente, am besten viel Klavier, beruhigen das Nervensystem der Hunde. Hobrecht: "Für Menschen hört sich das "eher unscharf" an." 

 

 

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