Auch in diesem Jahr gibt es wieder zahlreiche DEW-Baustellen in der Innenstadt - wie hier an der Langen Straße. © Oliver Schaper
Baustellen

Mit Karte: Sperrungen in der Innenstadt – der Baustellen-Marathon geht weiter

Achtung Baustelle, heißt es auch 2021 wieder an vielen Stellen in der Innenstadt. Viele Baustellen stehen kurz vor dem Start. Ein Überblick, was auf Autofahrer und Anwohner zukommt.

Es ist ein Mammut-Projekt. Seit gut zwei Jahren baut Energieversorger DEW21 an einem neuen umweltfreundlichen Fernwärmenetz, das aus der Abwärme der Gasrußwerke in Lindenhorst gespeist wird. Dazu müssen auf einer Länge von knapp 22 Kilometern alte Dampfleitungen gegen neue Heißwasser-Leitungen ausgetauscht werden.

Die Folge: Es zieht sich ein Netz von Baustellen quer durch die Innenstadt. Zum Leidwesen von Autofahrern, Radfahrern und Anwohnern, denn oft sind die Baustellen mit Sperrungen und Umleitungen verbunden.

Hälfte der Baustrecke ist geschafft

Sie alle müssen sich in diesem Frühjahr auf weitere Unannehmlichkeiten einstellen. Denn DEW setzt den Baustellen-Marathon, der bis Ende 2022 dauern soll, fort. „Im Dezember hatten wir Bergfest“, berichtet DEW-Technikvorstand Peter Flosbach. Auf einer Strecke von 10,9 Kilometern sind alte Dampfleitungen bereits durch moderne Heißwasser-Leitungen ausgetauscht, weitere 10,7 Kilometer folgen.

In diesem Jahr wird auf einer Länge von 4,5 Kilometern gebaut, kündigt Projektleiter Stefan Dettmer an. Und dabei stehen gleich an mehreren Stellen Bauarbeiten unmittelbar vor dem Start. Bereits begonnen haben die Arbeiten auf der Freifläche zwischen dem Wilhelm-Hansmann-Haus und dem Südbad. Hier verlegt DEW21 bis zum Herbst neue Wärmeleitungen von der Märkischen Straße zur Ruhrallee.

Gleichzeitig werden auch die Leitungsarbeiten in der gesperrten Kronprinzenstraße fortgesetzt, die im vergangenen Jahr zwischen den Hausnummern 24 und 34 wegen eines Blindgänger-Verdachts unterbrochen werden mussten. Der Verdacht hat sich nicht bestätigt. Jetzt wird weiter gebaut. Die Arbeiten sollen im März beendet werden, kündigt DEW21 an.

Sichtbar sind die Arbeiten auch schon am Schwanenwall. Dort ist seit Anfang dieser Woche (11.1.) die Einfahrt zur Straße Gänsemarkt gesperrt. Dass der Schwanenwall in Höhe Reinoldinum in Richtung Süden zurzeit nur einspurig ist, hat indirekt mit den DEW-Bauarbeiten zu tun. Hier finden Sondierungsarbeiten an Blindgänger-Verdachtspunkten statt.

Ab 18. Januar werden dann voraussichtlich bis Mitte Mai Teile der Nebenfahrbahnen auf der Innenseite von Schwanenwall und Ostwall gesperrt. Für den Zugang zum Ostenhellweg werden dann für Fußgänger Brücken über die Baugrube angelegt.

Schon 2020 wurde rund um Rathaus und Hansastraße gebaut. Jetzt geht es in der nördlichen Hansastraße weiter. © Oliver Schaper © Oliver Schaper

Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeiten ist in diesem Jahr das Brückstraßen-Viertel – mit spürbaren Folgen für den Autoverkehr. Denn ab dem 14. Januar (Donnerstag) wird zunächst der nördliche Abschnitt der Hansastraße zwischen Königswall und Lütgebrückstraße gesperrt. Von hier aus rückt die Baustelle in Richtung Brückstraße durch Bissenkamp und Gerberstraße vor.

An den folgenden Baustellen starten die Arbeiten jeweils am 18. Januar:

  • Die Löwenstraße wird bis Mai im Bereich der Kreuzung Fuhrgabel/Küpferstraße in Fahrtrichtung Ostwall gesperrt.

  • An der Ostseite des Alten Markts, also im Bereich Betenstraße, gibt es zunächst zwischen Hellweg und Schuhhof Beeinträchtigungen. Bis voraussichtlich Mai geht es hier durch die Betenstraße in Richtung Brauhausstraße weiter.

  • Die Viktoriastraße, wo sich DEW21 mit den Fernwärmeleitungen Richtung Ostwall vorarbeitet, muss zwischen Rosental und Schliepstraße gesperrt werden. Die Bauarbeiten ziehen sich später auch durch die Olpe und die Kleppingstraße. Ob und wie hier gesperrt werden muss, ist noch unklar.

  • In der Lange Straße im Union-Viertel werden die Arbeiten fortgesetzt. Hier ist der Heinrich-Schmitz-Platz zwischen Lange Straße und Rheinische Straße bis März gesperrt.

  • Weiter gearbeitet wird auch an der Fernwärme-Trasse im Bereich Gronaustraße/Missundestraße in der Nordstadt und im Bereich Ravensberger Straße/Juliusstraße hinter dem Hornbach-Baumarkt an der Bornstraße.

Später, voraussichtlich ab Februar, kommt die DEW-Baustelle am Burgwall an, wo dann wahrscheinlich mehrere Fahrspuren vorübergehend gesperrt werden müssen. Die Baustelle zieht sich hier vom Burgwall über die Leuthardstraße und den Johannisborn und die Krimstraße bis zur Heilige-Garten-Straße und in die Nordstraße.

Bauen bei laufendem Betrieb

Wie lange die Bauarbeiten jeweils dauern, ist schwer vorherzusagen. Denn in der Vergangenheit hat es an vielen Stellen schon länger gedauert als geplant. Das hat gleich mehrere Gründe. „Wir bauen im Bestand bei laufendem Betrieb“, erklärt Peter Flosbach. „Es darf für die Kunden keine Versorgungsunterbrechung geben.“

Vor allem müssen die Bauarbeiter auf die Stadtgeschichte Rücksicht nehmen. Bei ihrem Weg durch den Boden der Innenstadt stoßen sie immer wieder auf Spuren der Dortmunder Vergangenheit, die bis ins Mittelalter zurückreichen. Archäologen begleiten deshalb aufmerksam die Bauarbeiten.

Bei besonderen Funden ist dann auch schon mal ein vorübergehender Baustopp nötig – wie zuletzt am Ostwall, wo Überreste des alten Ostentores und historisches Hellwegpflaster zutage kamen. Mit ähnlichen Entdeckungen ist auch bei den weiteren Arbeiten im Wallbereich in diesem Jahr zu rechnen.

Mehr als 100 Millionen Euro werden insgesamt investiert. Den Schlusspunkt setzt der Neubau eines Heizwerks auf dem Kraftwerks-Gelände an der Weißenburger Straße, das ab September 2022 das alte RWE-Heizkraftwerk ersetzen soll.

Profitieren soll am Ende die Umwelt. Bei gleicher Wärmeleistungen werde künftig 80 Prozent weniger CO2 ausgestoßen als bisher, erklärt Flosbach. Das wäre eine Ersparnis von 45.000 Tonnen Kohlendioxid.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Oliver Volmerich, Jahrgang 1966, Ur-Dortmunder, Bergmannssohn, Diplom-Journalist, Buchautor und seit 1994 Redakteur in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten. Hier kümmert er sich vor allem um Kommunalpolitik, Stadtplanung, Stadtgeschichte und vieles andere, was die Stadt bewegt.
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Oliver Volmerich

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