Mitarbeiter der Boecker-Filiale bangen um ihre Jobs

Kampstraße

Droht nach der Steilmann-Pleite nun doch das Aus für das Dortmunder Modehaus Boecker? 67 Mitarbeiter bangen um ihre Zukunft. Und: Ein möglicher Leerstand wäre fatal für die Kampstraße und deren weitere Entwicklung zum Boulevard. Wir haben 5 Fakten zusammengetragen.

DORTMUND

, 12.04.2016, 02:28 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Mitarbeiter der Boecker-Filiale Kampstraße bangen um ihre Zukunft.

Die Mitarbeiter der Boecker-Filiale Kampstraße bangen um ihre Zukunft.

  • Boecker gehört zum Modekonzern Steilmann, der kurz vor Ostern Insolvenz angemeldet hat. Vorläufiger Insolvenzverwalter ist Dr. Frank Kebekus aus Düsseldorf. Dessen Sprecher Frank Elsner hatte direkt danach mitgeteilt, die insgesamt zwölf Boecker-Modehäuser blieben geöffnet. Darauf setzen auch die Dortmunder.  
  • Bis Ende Mai bekommen die Beschäftigten Insolvenzausfallgeld. „Ich hab‘ aber ein gutes Bauchgefühl, dass es weitergeht“, sagt eine Verkäuferin. Auch ihr Chef habe das. Schließlich schreibe die Filiale in Dortmund schwarze Zahlen. Das Haus an der Kampstraße sei sehr beliebt bei vielen Stammkunden, die die gute Beratung vor Ort schätzten.  
  • Frank Elsner sagt, dass niemand wisse, wie lange es bei Boecker weitergehe. Zurzeit würden Gespräche mit einem Finanzinvestor laufen, um eine Brückenfinanzierung hinzubekommen. In einem ersten Schritt habe man viele Gespräche führen müssen mit Lieferanten, um die Geschäfte zu stabilisieren, so Elsner.  
  • Axel Schroeder, stellvertretender Chef des Cityrings, sieht die Situation gelassen. Er pflegt enge Kontakte zu Boecker-Geschäftsführer Salvatore Secchi und sagt, das Dortmunder Haus sei gut aufgestellt. Und: Selbst im Fall einer Schließung sieht Schroeder keine drohende Verelendung an der Kampstraße. „Der Standort ist zu stark“, sagt Schroeder.  
  • Die Boecker Bekleidungshäuser mit ihrem Flaggschiff in Dortmund hatten Anfang März 2004 Insolvenz angemeldet. Es ging für Boecker in Dortmund aber weiter, weil die italienische Miro-Radici-Gruppe einstieg. Die Gruppe hatte auch den ersten drohenden Konkurs von Steilmann 2006 abwenden können durch die vollständige Übernahme aller Steilmann-Anteile. 2012 nannte sich die Gruppe um in Steilmann Holding AG mit Sitz in Bergkamen. Auch die Boecker Group wurde in der neuen Steilmann SE Ende August 2015 in eine Aktiengesellschaft eingebracht. 

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