Mordfall Schalla: Urteil lässt bis Ende Oktober auf sich warten

mlzLandgericht

Im Prozess um den Mord an der Schülerin Nicole-Denise Schalla hat das Schwurgericht einen Zeugen vom Landeskriminalamt vernommen. Die Verteidigung hatte große Hoffnungen in ihn gesetzt.

Dortmund, Castrop-Rauxel

, 26.09.2019, 17:51 Uhr / Lesedauer: 1 min

Der Prozess um den Mord an Nicole Schalla ging am Donnerstag nicht mit den Plädoyers weiter - sondern mit einer weiteren Zeugenvernehmung. Geladen war ein Zeuge des Landeskriminalamtes.

Die Verteidiger des Angeklagten Ralf H. aus Castrop-Rauxel hatten große Hoffnungen in den LKA-Mann gesetzt. Immerhin gilt dieser als Fachmann auf dem Gebiet der Haaranalyse. Und es gibt zwei blonde Haare, die im Herbst 1993 an und neben der Leiche gesichert werden konnten.

Dass diese beiden Haare nicht von Ralf H. stammen, scheint auf den ersten Blick festzustehen. Der 53-Jährige hat glattes, dunkles Haar. Und doch wollte der Gutachter am Donnerstag nicht so weit gehen, offiziell auszuschließen, dass der Angeklagte die Haare am Tatort verloren haben könnte.

Der Experte hat nämlich gleich zwei Probleme: Erstens gibt es die blonden Haare nicht mehr. Sie sind zerstört worden, nachdem von ihnen eine Bescheribung angefertigt wurde. Zweitens kann natürlich niemand heute sagen, wie Ralf H. vor 26 Jahren ausgesehen hat. „Was ist denn, wenn er damals seine Haare gefärbt hatte?“, fragte der Zeuge. Kurzum: Er könne nicht zwei Dinge miteinander vergleichen, die beide nicht vorhanden seien.

Nachdem damit auch der wohl letzte Beweisantrag abgearbeitet ist, soll am 4. Oktober plädiert werden. Mit einem Urteil wäre wohl Ende des Monats zu rechnen.

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