Wilder Müll stapelt sich in Dortmunder Naturschutzgebiet

mlzIllegale Müllentsorgung

Spaziergänger ärgern sich über illegale Müllentsorgung in einem Naturschutzgebiet in Dortmund. Neben Bergen von Müllsäcken stapelten die Fremden dort auch ganze Wohnzimmerstühle.

Wickede

, 15.11.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Waldstück Wickeder Ostholz in Dortmund gilt seit 2005 als Naturschutzgebiet. Umso ärgerlicher ist es, dass sogar hier kein Halt vor illegaler Müllentsorgung gemacht wird.

Gleich fünf Wohnzimmerstühle fanden die Spaziergänger in der vergangenen Woche im Naturschutzgebiet im Nordosten von Wickede, einige Meter weiter dann mehrere blaue Müllsäcke.

Ist das Kunst oder kann das weg?

Dreimal die Woche geht die Familie von Wolfram Büntzly im Wickeder Ostholz spazieren. Eine derartige Müllentsorgung sei dort bisher noch nie vorgekommen.

Allerdings seien die Korbstühle neben einer Bank ordentlich gestapelt worden. Der Spaziergänger scherzt: „Ob es sich dabei um Kunst handelt? Ich weiß es nicht, wir haben jedenfalls kein Verständnis dafür.“ Klar ist für ihn: Die Stühle müssten mindestens mit einer Schubkarre dorthin transportiert worden seien - wenn nicht sogar mit einem Auto.

Nichtsdestotrotz, Wolfram Büntzly ist fassungslos: „Es ist immer ein Genuss, den Wald und das Leben in ihm zu erleben, die Natur hat viel zu bieten. Umso geschockter waren wir heute, als wir mitten im Wald, neben einer Sitzbank, fünf alte Korbstühle haben stehen sehen.“

Bußgeld kann hoch ausfallen

Der Stuhlstapel ist nicht der einzige Fund, den die Spaziergänger machen - an der nächsten Sitzbank hätten „Verpackungen und sonstiger Müll“ herumgelegen, so Büntzly.

Der Mülleimer war schon voll, also wurde der restliche Abfall kurzerhand dreist daneben entsorgt.

Der Mülleimer war schon voll, also wurde der restliche Abfall kurzerhand dreist daneben entsorgt. © Wolfram Büntzly

Er fragt sich: „Wer macht sowas? Es müssen ja Menschen sein, denen nur ihr eigenes ‚müllfreies‘ Haus wichtig ist.“

Dabei kann das Bußgeld für ein paar entsorgte Stühle ganz schnell mal hoch ausfallen. Wer zum Beispiel einen einzelnen Stuhl entsorgt, kann laut dem Bußgeldkatalog NRW schon bis zu 150 Euro blechen. Überschreitet die Menge des illegalen Abfalls einen Kubikmeter, kann die Höchstbetrag schon 1530 Euro betragen.

Jetzt lesen

Was kann man tun? „Dreckpetze“-App bietet Abhilfe

Um der wilden Müllentsorgung ein Stück weit entgegenzutreten, bietet die EDG nun eine Smartphone-App an. Mit der „Dreckpetze“ soll ganz einfach der Standort des Mülles eingetragen werden können.

So hat auch Büntzly den Standort im Wickeder Ostholz eingetragen und ist zufrieden. „Die App ist wirklich prima gemacht.“

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt