Die Dortmunder Haushalte müssen sich 2021 wohl auf höhere Müllgebühren einstellen. © Gregor Beushausen
EDG

Müllgebühren in Dortmund steigen – einige Häuser sind besonders betroffen

Die Müllgebühren für die Dortmunder Haushalte sollen auch 2021 steigen. Im Schnitt um 3,18 Prozent. Deutlich teurer wird’s, wenn die Müllwerker besondere Leistungen erbringen müssen.

Ein Haushalt mit drei Personen war bislang für die zweiwöchige Leerung seiner 120 Liter großen Restmülltonne mit 235,19 Euro jährlich dabei. Diese Gebühr soll auf Vorschlag von EDG und Stadtkämmerei ab Januar 2021 auf 242,72 Euro steigen. Auch die Biomüllsammlung (Braune Tonne) wird teurer.

Hat eine dreiköpfige Familie bislang 121 Euro für die zweiwöchige Leerung ihrer 120-Liter fassenden Biotonne gezahlt, sollen es künftig 124,80 Euro sein. Damit verteuern sich die Müllgebühren für die „Musterfamilie“ laut Rechnung der EDG von 356,19 Euro auf 367,52 Euro im Jahr. Das entspricht einem Anstieg von 3,18 Prozent.

Damit nicht genug: In ihrer Gebührenkalkulation dreht die EDG an zahlreichen kleineren Stellschrauben, die vor allem die steigenden Kosten durch Extra-Leistungen auffangen sollen. Die fallen beispielsweise an, wenn die Müllwerker die Tonnen erst aus dem Keller und über Stufen ziehen. Oder die Behälter mehr als 30 Meter zum Sammelfahrzeug transportieren mussten. Dafür wurde bislang ein Zuschlag von pauschal je 18,40 Euro fällig.

Je länger die Müllwerker laufen, desto teurer wird’s

Jetzt wird eine andere Rechnung aufgemacht: Künftig werden 20,17 Euro pro Jahr auf die Müllgebühren draufgeschlagen, wenn Keller oder Stufen ins Spiel kommen. Komplizierter und teurer wird’s, wenn Restmüll- und Biotonne meterweit zum Müllwagen transportiert werden müssen.

Sind die Müllwerker gezwungen, die Tonnen zwischen 15 und 30 Meter zum Sammelwagen zu ziehen, fallen ebenfalls jährlich 20,17 Euro zusätzlich an. Beträgt die Differenz zwischen Standplatz und Sammelwagen 30 bis 45 Meter, sollen 40,34 Euro fällig werden. Sind es bis 60 Meter, sollen 60,51 Euro hinzukommen. Ist die Strecke noch länger, sind es 80,68 Euro.

Die Müllwerker haben keinen Schlüssel, kommen trotz Schellens nicht ins Haus – und ziehen wieder von dannen? Dann werden Nachleerungen fällig. Auch dort steht den Gebührenzahlern ein Preissprung ins Haus. Bislang forderte die EDG für die Nachleerung einer 120 Liter-Tonne 6,54 Euro. Ab Januar sollen es 21,82 Euro sein. Die Gebührenhöhe werde “zur stärkeren Orientierung an den tatsächlichen Kosten angepasst”, notiert die Verwaltung in ihrem Beschlusspapier für die Politik.

Auch für Sondertouren sollen die Gebühren steigen

Ein empfindlicher Preissprung droht Haushalten, die Abfälle in die Wertstofftonne (Tonne mit gelbem Deckel) pfeffern, die eigentlich in die graue Restmülltonne gehören. Die EDG spricht von „Fehlbefüllungen“. Folge: Die Tonnen bleiben erst mal stehen – bis der Entsorger vom Hauseigentümer mit der Extra-Leerung beauftragt wird.

Dabei fallen für eine 80 Liter große Wertstofftonne bislang 12,06 Euro an – künftig 27,44 Euro. Ähnlich die Gebühr bei einer 120 Liter-Tonne: Aus bislang 18,09 Euro sollen auf Vorschlag der Kämmerei künftig 33,67 Euro werden.

Damit zieht die EDG die Konsequenzen aus einer steigenden Zahl von Extra-Fahrten zu den jeweiligen Häusern. Die Quote der Fehlwürfe in der Wertstofftonne liege stadtweit bei rund 40 Prozent, heißt es bei der EDG. „Die Kosten laufen davon, wir müssen darauf reagieren“, sagt EDG-Konzernsprecher Matthias Kienitz.

Die neue Gebührensatzung soll Donnerstag (10.12.) im Finanzausschuss beraten und eine Woche später (17.12.) im Rat der Stadt verabschiedet werden. Das sei dringend erforderlich, heißt es in einem Schreiben von OB Thomas Westphal. Komme es zu einem Zeitverzug, gelte zunächst die Gebührensatzung von 2020 weiter. In dem Fall, so Westphal, „wäre mit erheblichen Ertragsverlusten zu rechnen.“

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Jahrgang 1961, Dortmunder. Nach dem Jura-Studium an der Bochumer Ruhr-Uni fliegender Wechsel in den Journalismus. Berichtet seit mehr als 20 Jahren über das Geschehen in Dortmunds Politik, Verwaltung und Kommunalwirtschaft.
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