Mütterzentrum in Dortmund vermittelt jetzt auch „Wunsch-Schwestern“

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Das Projekt „Kleine Schwester – große Schwester“ bringt Mädchen und junge Frauen zusammen, die sich eine Schwester wünschen. Projektleiterin Ina Griese erklärt Anmeldung und Ablauf.

Dorstfeld

, 18.12.2019, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Leibliche Schwestern kann man sich nicht aussuchen – dafür aber eine „Wunsch-Schwester“. Eine Schwester, die mit ins Kino geht oder zum Sport. Eine Schwester, die vielleicht auch einmal bei den Hausaufgaben helfen kann und vieles mehr.

„Manche Mädchen in Dortmund, die Einzelkinder sind oder aus Großfamilien stammen, wünschen sich das sehr“, sagt Anke Piepenstock vom Mütterzentrum Dorstfeld. „Wir können ihnen den Traum erfüllen.“

Denn das Mütterzentrum lässt das Angebot „Kleine Schwester – große Schwester“ wieder aufleben, das Andrea Fischer vor zwölf Jahren gegründet hat. Fischer hat knapp 30 Schwesternpaare in Witten, Dortmund und Bochum vermittelt, bevor sie die Projektleitung an das Mütterzentrum übergeben hat.

Startschwierigkeiten lassen Projekt langsam anlaufen

Allerdings sei das Projekt nur langsam angelaufen, so Anke Piepenstock. „Wir haben bisher oft das Problem gehabt, dass sich entweder nur eine kleine oder nur eine große Schwester in großen Abständen gemeldet haben.“ Oft sei dann das Interesse geschwunden und die Vermittlung habe nicht funktioniert.

Seit circa einem halben Jahr kümmert sich nun Ina Griese (32) als Projektleiterin ehrenamtlich um das Angebot. „Wir hoffen, dass mit einer festen Ansprechpartnerin alles wieder ans Laufen kommt“, sagt Piepenstock.

Mütterzentrum in Dortmund vermittelt jetzt auch „Wunsch-Schwestern“

Das Mütterzentrum in Dorstfeld vermittelt bereits erfolgreich „Wunsch-Großeltern“. © Michael Nickel

Ina Griese wollte ursprünglich selbst „große Schwester“ werden. Doch auch für sie fand sich keine kleine. „Die Projektidee hat mich aber so überzeugt, dass ich das Ganze jetzt für Dortmund wieder aufbauen möchte“, erklärt Griese.

Das Projekt ist dem Wunsch-Großeltern-Projekt ähnlich, bei dem Familien mit Kindern und Senioren zusammengeführt werden. „Es ist ein bisschen wie eine Partnervermittlung“, sagt Anke Piepenstock. „Kleine und große Schwestern füllen jeweils einen Fragebogen aus und dann wird geschaut, wer zusammenpasst.“

So werden die Schwestern zusammengebracht

Das erste Treffen finde im Mütterzentrum an der Hospitalstraße 6 statt. Passt ein Schwesternpaar beim ersten Aufeinandertreffen oder nach einigen Terminen doch nicht zusammen, können sich beide auf die Warteliste eintragen lassen.

Kleine Schwestern können Mädchen im Alter von 8 bis 16 Jahren sein. „Regelmäßige gemeinsame Aktionen wie Kochen, Backen oder Basteln sind das Ziel“, sagt Anke Piepenstock. „Es geht darum, dass der kleinen Schwester Zeit und Aufmerksamkeit geschenkt wird.“

Große Schwestern können junge Frauen ab 18 Jahren sein. „Wer noch keine eigenen Kinder hat oder wenn die eigenen bereits groß sind, hat vielleicht Spaß am Schwesternprojekt und ein bisschen Zeit zu verschenken“, erklärt Anke Piepenstock. Eine feste Altersgrenze nach oben gebe es nicht.

Gibt es auch „Kleiner Bruder – großer Bruder“?

Ina Griese hofft, dass sich viele große und kleine Schwestern melden, um viele neue Schwesternpaare zu vermitteln. „Eine große Schwester kann und soll Vorbild und Freundin zugleich sein“, sagt sie. „Die Mädchen und Frauen sind auf Augenhöhe – anders als Kinder und Eltern.“

Manche Eltern haben aus beruflichen oder privaten Gründen nicht immer die Zeit, rund um die Uhr physisch und psychisch für ihr Kind da zu sein. Große Schwestern könnten das auffangen und obendrein eine besondere Beziehung zu den Mädchen entwickeln.

„Die Schwesternschaft sollte circa eineinhalb Jahre dauern – kann aber natürlich auch ein ganzes Leben lang bleiben“, sagt Projektleiterin Ina Griese.

Ob es auch einmal das Projekt „Kleiner Bruder – großer Bruder“ geben werde, stehe noch nicht fest. „Darüber machen wir uns Gedanken, wenn das Schwesternprojekt gut angelaufen ist“, sagt Ina Griese. „Aber denkbar ist auch ein Brüderprojekt.“

Mütterzentrum Dorstfeld

Mitmachen beim Schwesternprojekt

  • Informationen zum Projekt „Kleine Schwester - große Schwester“ gibt es unter Tel. (0231) 14 26 62 oder im Mütterzentrum an der Hospitalstraße 6.
  • Ein Schwestern-Fragebogen kann auch per E-Mail angefragt werden: piepenstock@muetterzentrum-dortmund.de
  • Das Mütterzentrum sucht weitere Frauen, die ehrenamtlich Teil des Projektteams von Ina Griese sein möchten. Interessierte können sich an das Mütterzentrum wenden.
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