Musikalische Verführung

11.09.2007, 17:56 Uhr / Lesedauer: 1 min

Hörde Auch in Ihrem Abschiedskonzert als Kantorin in Hörde blieb Ruth Jürging am Sonntag in der Lutherkirche ihren musikalischen Grundsätzen treu. Ja, sie hat diese in den 41 Jahren in denen sie hier tätig war, immer und immer wieder verfeinert: Glasklare Tongebung und das Hineinhorchen in die Musik legen bei ihr ein Klanggefecht offen, in dem selbst die feinsten Nuancen kirchenmusikalisch tiefsinnige Gestalt gewinnen. Gleichzeitig wird viel Neues an und in der Musik aufgedeckt, wie hier an den Kantaten Johann Sebastian Bachs und von dem eher unbekannten Johann Gottlieb Naumann, deren frühklassische Kantaten einen eher verspielten, vielschichtigen Charakterzug aufweisen. Die Tongebung, auf die Ruth Jürging sehr viel Wert legte, wurde von der Hörder Kantorei und dem Orchester - das sich aus Mitgliedern der Dortmunder Philharmoniker zusammensetzte - feinziseliert und feinfühlig, mitunter auch fulminant, zum Ausdruck gebracht.

Mit zum Erfolg der Aufführung trug auch das Solistenquartett bei, das dem angeschlagenem Ausdrucksgehalt sehr differenziert folgte. So setzte Gudrun Tollwerth-Chudaska mit ihrem hellen, klaren Sopran ebenso bemerkenswerte Akzente wie Sabine Toliver mit ihrem geschmeidigen dunklen Alt. Gleiches gilt für die schön geführten Tenorstimme von Stephan Boving und dem tiefgründig malerischem Bass von Siegfried Westenfelder.

Ein Abschlusskonzert, in dem Ruth Jürging schließlich mit stehenden Ovationen gefeiert wurde. Großes Lob auch von der Gemeindeleitung, die das Amt an Bettina Auf'm Kolk übergab. EG

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