Eine Gruppe von mutmaßlichen Migranten überquert den Ärmelkanal in einem kleinen Boot in Richtung Großbritannien. © dpa
Illegale Migration

Mutmaßlicher Menschenschmuggler aus Dortmund festgenommen

Ein Dortmunder soll Teil einer internationalen Schleuserbande sein. In Belgien soll ihm und zwei weiteren Verdächtigen nun der Prozess gemacht werden. Es geht um lebensbedrohliche Aktionen.

Die Bundesrepublik Deutschland hat zwei iranische Staatsbürger an Belgien überstellt, die des Menschenschmuggels verdächtigt werden. Ein dritter Verdächtiger werde demnächst ausgeliefert – mindestens einer der Männer wohnt in Dortmund, wie die Staatsanwaltschaft Westflandern bestätigt.

Die drei Personen sollen zu einer Bande gehören, die Migranten auf Schlauchbooten von Frankreich nach Großbritannien schmuggelt. Die belgische Polizei hatte bereits im Mai ein in Deutschland zugelassenes Fahrzeug gestoppt, das ein Schlauchboot sowie Rettungswesten und einen Außenbordmotor geladen hatte.

Festnahmen mit europäischen Haftbefehlen

Bei den Ermittlungen habe sich herausgestellt, dass es sich um ein Netzwerk von Schleusern handele. Drei Verdächtige seien jetzt in NRW gefasst worden – wohnhaft in Dortmund und Düsseldorf.

Die Verdächtigen sollen in Brügge vor Gericht kommen. Die dortige Staatsanwaltschaft teilt auf Nachfrage mit, dass die Verdächtigen ihre Boote in Deutschland gekauft haben und auch aus Deutschland operiert haben sollen. Bei Hausdurchsuchungen in Wuppertal und Essen sind am 20. Oktober drei Schlauchboote mit Außenbordmotoren gefunden worden.

In wie viele Schleusertouren die Männer verwickelt sein sollen, ist nicht bekannt. Ermittler Manuel Manderick sagt nur: „Es war nicht das erste Mal im Jahr 2020, dass Boote aus Deutschland gebracht wurden. Eine solche Form des Menschenschmuggels ist lebensbedrohlich.“ Nähere Details werden nicht verraten, um die Ermittlungen nicht zu gefährden.

Mit Material von dpa

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Kevin Kindel, geboren 1991 in Dortmund, seit 2009 als Journalist tätig, hat in Bremen und in Schweden Journalistik und Kommunikation studiert.
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Kevin Kindel

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