Mutmaßlicher Messerstecher kannte in Dortmund nur ein Ziel

mlzProzessauftakt am Schwurgericht

Im November soll ein 22-Jähriger einen Kontrahenten im Streit fast erstochen haben. Zu Prozessbeginn erzählt er seine eigene Geschichte - und berichtet von einem kuriosen Detail.

Dortmund

, 14.05.2020, 19:33 Uhr / Lesedauer: 1 min

Bei einer Messerattacke in der Nordstadt erlitt ein Mann im November 2019 lebensgefährliche Verletzungen. Der Darm wurde durchstochen, die Lunge fiel in sich zusammen. Das Opfer schwebte in akuter Lebensgefahr, als es ins Krankenhaus eingeliefert wurde.

Am Donnerstag hat vor dem Schwurgericht der Prozess gegen den mutmaßlichen Messerstecher begonnen. Der Angeklagte ist - genau wie sein Opfer - 22 Jahre alt und war erst wenige Tage vor der Bluttat aus Algerien nach Deutschland gekommen.

„Ich wollte hier studieren“, sagte er den Richtern in beeindruckend gutem Deutsch. „Doch seit diesem Tag vergeht keine Minute, in der ich nicht daran denke.“

Der Angeklagte will damals aus Berlin nach Dortmund gekommen sein. Angeblich hatte man ihm erzählt, er solle zur Münsterstraße gehen. Da würden viele Landsleute wohnen, die ihm sicherlich bei seinem Studienwunsch helfen würden.

Angeklagter wollte sofort zum BVB-Stadion

Der Algerier hatte sich Dortmund allerdings wohl doch nicht so ganz zufällig ausgesucht. Den ersten Landsmann, den er traf, fragte er sofort nach dem Weg zum Signal Iduna Park. Dort angekommen, kaufte sich der 22-Jährige eine BVB-Fahne. Die habe er schon immer haben wollen.

In der Nacht soll es dann aber zu dem verhängnisvollen Streit mit dem anderen Mann gekommen sein. Der Angeklagte will jedoch in Notwehr gehandelt haben.

Lesen Sie jetzt