Mutmaßliches Vergewaltigungsopfer: "Hätte nie gedacht, dass ich solche Angst haben würde"

mlzLandgericht Dortmund

Ein 27-jähriger Mann soll Anfang September 2018 die Freundin seines Bruders vergewaltigt haben. Der Angeklagte leidet offenbar unter einer psychischen Erkrankung.

Dortmund

, 06.03.2019, 17:01 Uhr / Lesedauer: 1 min

Mit stoischer Miene verfolgte der Angeklagte am Mittwoch die Vernehmung des mutmaßlichen Vergewaltigungsopfers durch die Richter am Landgericht. "Ich habe mich gewehrt und ihm immer wieder gesagt, dass ich das nicht will", sagte die Zeugin. Letztendlich sei sie der körperlichen Übermacht des Angeklagten aber nicht gewachsen gewesen.

Der Vorfall hat bei der jungen Dortmunderin tiefe Spuren hinterlassen. "Ich hätte immer erwartet, dass ich in einem solchen Fall stärker reagieren würde", sagte die Frau den Richtern. Als der Bruder ihres Freundes sie an jenem Abend so massiv bedrängt habe, habe sie jedoch nur noch Panik verspürt. "Ich hätte nie gedacht, dass ich solche Angst haben würde", so die Zeugin. „Das war richtige Angst um mein Leben."

Psychische Erkrankung

Ihr sei nämlich bekannt gewesen, dass der Angeklagte unter einer psychischen Erkrankung leidet. Das habe ihn in diesem Moment für sie unberechenbar gemacht. "Er hat vor sich hin geredet, es wirkte fast so, als würde er mit jemandem sprechen, der gar nicht im Raum war", sagt die Frau.

Die Richter müssen nun entscheiden, wie es mit dem 27-Jährigen weitergehen soll. Seit seiner Festnahme ist er einstweilen in einer psychiatrischen Klinik untergebracht. Gut möglich, dass im Falle einer Verurteilung neben einer Haftstrafe auch die weitere Unterbringung in der Psychiatrie angeordnet wird.

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