Monika Oecking hat zwei schulpflichtige Kinder - und setzt sich für die Anschaffung mobiler Luftfilter für alle Dortmunder Schulen ein. Die Reaktion auf einen entsprechenden Brief an den Rat enttäuscht sie sehr. © Oecking
Corona-Pandemie in Dortmund

Mutter fordert Eilbeschluss zu Luftfiltern: „Ignorante“ Antwort enttäuscht

Schnellstmöglich Luftfilter für die Schulen: Das wünscht sich eine Dortmunder Mutter und fordert einen Eilbeschluss des Rats. Auf zwei Wegen erhält sie Antwort - und wird extrem enttäuscht.

Monika Oecking macht sich Sorgen um die Gesundheit ihrer zwei schulpflichtigen Kinder. Wie viele Eltern geht die Dortmunderin davon aus, dass die Ansteckungsgefahr durch das Corona-Virus in Schulen hoch ist. Und wünscht sich, dass die Stadt alles dafür tut, die Schüler zu schützen.

Weil sie „nicht nur meckern, sondern einen konkreten Vorschlag machen“ möchte, wendet sie sich an den Rat. „Eilbeschluss des Rates der Stadt Dortmund zu Luftfilteranlagen erforderlich“ steht über ihrem Schreiben vom 19.7. – darin fordert sie den sofortigen Beschluss, mobile Luftfilter für alle Schulen anzuschaffen.

Kein Verständnis für Argumentation der Stadt

Dass sich Rat und Verwaltung bereits mit der Thematik Luftfilter beschäftigt haben, weiß sie. Kein Verständnis hat sie für die Argumentation, man folge den Empfehlungen von Umweltbundesamt und Robert-Koch-Institut. Danach fördert das Land mobile Luftfilter nicht flächendeckend. Sie seien nur in Räumen, die eingeschränkt gelüftet werden können, eine sinnvolle Ergänzung.

Für diese Schulräume hat die Stadt die Fördermittel im Frühjahr beantragt und Geräte beschafft. Darüber hinaus aber keine weiteren Gerät auf eigene Kosten anzuschaffen – dafür fehlt Monika Oecking das Verständnis.

Dortmunderin sieht den Rat in der Verantwortung

„Wir brauchen keine Weisung des RKI und wir müssen auch nicht auf Instruktionen des Landes warten. Sie sind diejenigen, die bezüglich der Ausrüstung der Dortmunder Schulen (…) zu entscheiden haben und Sie allein tragen die Verantwortung, wenn Sie nicht sofort handeln!“, schreibt die Dortmunderin an den Rat.

Eine Garantie, dass die Geräte schwere Krankheitsverläufe unter den Kinder verhindern, habe man nicht. Aber beispielsweise in Arztpraxen ständen sie doch auch, argumentiert Monika Oecking im Gespräch mit unserer Redaktion. „Also erhoffen Mediziner sich davon was.“

Die Ratsmitglieder fragt sie in ihrem Schreiben: „Warum spielen Sie mit der Gesundheit unserer Kinder und nehmen weitere Lerndefizite in Kauf, nur weil die Studienlage nicht ,eindeutig` ist?“

„Beschließen Sie die sofortige Anschaffung von mobilen Luftfilteranlagen für alle Dortmunder Schulen. Das geht auch in einer Eilsitzung in der Sommerpause. Und wenn kein Geld mehr frei ist, müssen andere Investitionen verschoben werden. Jetzt müssen die Kinder einfach Vorrang haben“, fordert sie eine schnelle Entscheidung.

Jetzt, knapp acht Wochen später, ist Monika Oecking vor allem eins: enttäuscht. Auf zwei Wegen hat sie Antwort auf ihr Schreiben bekommen. Zufrieden stellt sie keine. Zumal sich in der Sache nichts getan hat.

Reaktionen: Einladung in Ausschuss und Brief der Dezernentin

Zunächst ging eine Eingangsbestätigung bei der Dortmunderin ein, verbunden mit dem Hinweis, der Ausschuss für Bürgerdienste werde sich in seiner Sitzung am 14.9. mit ihrem Anliegen beschäftigen. Monika Oecking kann daran teilnehmen. Ihre Erwartung an die Sitzung: „Eigentlich keine.“

Fast noch mehr enttäuscht ist sie von der zweiten Reaktion auf ihr Schreiben: Zur Vorbereitung der Sitzung holt der Ausschuss auch eine Stellungnahme der Verwaltung ein. Und diese geht zur Kenntnisnahme auch an denjenigen, dessen Anliegen besprochen wird.

So erhält Monika Oecking sechs Wochen nach ihrem Schreiben einen Brief von Schuldezernentin Daniela Schneckenburger an die Ausschussmitglieder.

Standardantwort „ist ein bisschen ignorant“

Wie das bei der Dortmunderin ankommt? „Ein bisschen ignorant“, so Oecking. Auf ihre individuelle Argumentation geht die Dezernentin nicht ein – es ist eine Darstellung des seit Monaten bekannten Standpunktes der Verwaltung, der Verweis auf RKI und Umweltbundesamt.

Das lässt die Hoffnung, mit ihrem Brief etwas bewirken zu können, bei der besorgten Mutter nicht größer werden.

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1983 im Münsterland geboren, seit 2010 im Ruhrpott zuhause und für die Ruhr Nachrichten unterwegs. Ich liebe es, mit Menschen ins Gespräch zu kommen, Fragen zu stellen und vor allem: zuzuhören.
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Jessica Will

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