Mutter im Wahn attackiert - Sohn muss in die Psychiatrie

Prozess am Landgericht

Es müssen dramatische Szenen gewesen sein. Anfang des Jahres ging ein 23-jähriger Dortmunder mit einer abgebrochenen Türzarge auf seine Mutter los. Die Frau hatte Todesangst, verteidigte sich mit Pfefferspray. Jetzt muss der Sohn in die Psychiatrie.

DORTMUND

30.07.2015, 14:27 Uhr / Lesedauer: 1 min
Der Angeklagte neben seinem Verteidiger. Der 23-jährige soll im Wahn seine Mutter attackiert haben.

Der Angeklagte neben seinem Verteidiger. Der 23-jährige soll im Wahn seine Mutter attackiert haben.

Es war die Nacht auf den 25. Januar, als der Sohn die Wohnungstür seiner Mutter eingetreten hat. Dann ging er mit einer Holzlatte auf sie los. Die Folgen: eine blutende Platzwunde an der Stirn, Prellungen und Schürfungen am Arm. "Er hat mir immer wieder auf den Kopf geschlagen", sagte die Mutter unter Tränen vor dem Dortmunder Landgericht. In ihrer Verzweiflung hatte sie ihrem Sohn Pfefferspray ins Gesicht gesprüht. Doch auch das konnte ihn nicht abhalten.

Vor rund fünf Jahren war der 23-Jährige erstmals durch unkontrollierte Ausraster aufgefallen. Zweimal hat er die komplette Wohnungseinrichtung seiner Mutter demoliert. "Er hat die Couch aufgeschlitzt und alle Elektrogeräte zerstört", sagte die 47-Jährige den Richtern. Ein anderes Mal hat er alles auf die Straße gestellt.

Sohn setzte Medikamente ab

Auch zwischenzeitliche Aufenthalte in der Psychiatrie brachten keine Besserung. Sobald der Sohn wieder aus der Klinik heraus war, habe er auch schon seine Medikamente abgesetzt.

Vor Gericht war der 23-Jährige allerdings ganz ruhig. Trotzdem stuften ihn die Richter als gefährlich ein und ordneten die unbefristete Unterbringung in der geschlossenen Psychiatrie an. Auch, weil er nur einen Tag nach dem Angriff auf seine Mutter einen Busfahrer mit einem Baseballschläger bedroht hatte.

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