Der Weg zur Impfung im Dortmunder Impfzentrum - hier bei einem Testtermin - ist hürdenreich. © Stephan Schütze (A)
Impf-Chaos

Nach 400 Versuchen nimmt bei der Impf-Hotline jemand ab – und hat eine Hiobsbotschaft

Auch am Tag 3 nach dem Anmeldestart für Impftermine gab es weiter Probleme. Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe gelobt Besserung - und hat eine dringende Bitte.

Dr. Jens Arlinghaus hat es am Ende doch geschafft. Online konnte er am Dienstagnachmittag Termine im Dortmunder Impfzentrum für seine Eltern, beide über 80 Jahre alt, buchen. „Vorher hatte ich, als ich nach mehr als 400 Versuchen endlich auf der Hotline telefonisch durchgekommen war, die Auskunft bekommen, dass in ganz Westfalen-Lippe keine Impftermine via Telefon verfügbar sind und dass ich erst am Ende der Woche wieder anrufen soll“, berichtete der Mediziner.

Bei der Online-Buchung hatte es für ihn zunächst das Problem mit dem Versenden der SMS-Nachrichten gegeben, die man braucht , um einen sechstelligen PIN-Code zu bekommen. Doch Arlinghaus war hartnäckig geblieben.

Wie ihm ging es vielen anderen Dortmunderinnen und Dortmundern, die versuchten, Impftermine für sich oder Angehörige zu buchen. Auch am Mittwoch (27.1.), am Tag 3 nach dem Anmeldestart, gab es immer noch viele technische Probleme und Pannen.

Weitere Server organisiert

Das bestätigte auch Vanessa Pudlo als Sprecherin der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL), die für die Terminvergabe im Dortmunder Impfzentrum zuständig ist. „An der Behebung dieser Probleme wird intensiv mit allen Beteiligten gearbeitet und viele Fehler konnten auch wieder behoben werden“, berichtete sie am Mittwochnachmittag. Außerdem seien weitere Server eingebunden worden, um der hohen Nachfrage nach Terminen gerecht zu werden.

Von Montagmorgen bis Mittwochmorgen, 9 Uhr, seien in ganz Westfalen-Lippe 471.000 Impftermine vergeben worden, bilanzierte die KVWL-Sprecherin. Wie viele davon auf das Dortmunder Impfzentrum entfallen, könne man aber noch nicht sagen.

Regelmäßig neue Termine

Vanessa Pudlo bemühte sich auch, Falschinformationen zu korrigieren. „Dass es keine Termine mehr gibt, ist so nicht korrekt“, betont sie. Es könne sein, dass das Terminkontingent für einen bestimmten Tag für ein bestimmtes Impfzentrum ausgeschöpft sei. Es würden aber bis Anfang Februar regelmäßig neue Termine freigeschaltet. „Wir haben noch einmal Rücksprache mit den Telefonisten gehalten, um zu gewährleisten, dass die Bürger korrekt informiert werden.“

Zu einer der Pannen gehörte, dass man zwar einen Termin für die erste Impfung, aber nicht wie vorgesehen auch gleich für die zweite Impfung drei Wochen später buchen konnte. An alle Betroffenen hat die KVWL eine dringende Bitte: „Bitte nehmen Sie den Ersttermin wahr. Sie erhalten Ihren Zweittermin in diesem Fall von der KVWL bei Ihrem Ersttermin im Impfzentrum. Sie müssen nicht selbst aktiv werden“, heißt es in einer Mitteilung.

„Wir haben in den vergangenen Tagen mit sehr vielen großen und kleinen Problemen zu kämpfen gehabt, und es läuft sicherlich an der einen oder anderen Stelle noch nicht alles so, wie wir es uns für die Bürger wünschen würden“, bilanzierte Dr. Dirk Spelmeyer als Vorstandsvorsitzender der KVWL. „Alle Beteiligten haben in den vergangenen zwei Tagen unermüdlich daran gearbeitet, die Funktionalität der Systeme schnellstmöglich wiederherzustellen und anzupassen.“

Und natürlich ist es weiterhin möglich, Impftermine zu buchen – entweder online unter www.116117.de oder telefonisch unter 0800 116 117 02. Wer zusammenhängende Termine für zwei Personen reservieren möchte, sollte die Telefon-Hotline nutzen.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Oliver Volmerich, Jahrgang 1966, Ur-Dortmunder, Bergmannssohn, Diplom-Journalist, Buchautor und seit 1994 Redakteur in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten. Hier kümmert er sich vor allem um Kommunalpolitik, Stadtplanung, Stadtgeschichte und vieles andere, was die Stadt bewegt.
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Oliver Volmerich

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