Nach Abbau von Müll- und Glascontainern läuft Ausweichstandort über

mlzMüll-Tourismus

An drei Stellen konnten Bürger früher an der Brandisstraße Altglas und Altpapier loswerden. Mittlerweile sind alle Containerstandorte aufgelöst. Das wirkt sich auf andere Sammelstellen aus.

Wichlinghofen

, 11.07.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ende Juni hat die EDG den letzten Depotcontainer-Standort an der Brandisstraße in Wichlinghofen aufgelöst. Die Bezirksvertretung Hörde hatte es zähneknirschend so beschlossen, weil es immer wieder Ärger wegen Verschmutzung und Überfüllung gegeben hatte.

„Kapitulation vor der Asozialität“ nannten es die Kommunalpolitiker, denn die Mehrheit der ordentlichen Bürger muss nun unter denen leiden, die immer wieder die Containerplätze verschmutzen und missbrauchen, um ihren Sperrmüll zu entsorgen.

Für diese Müll-Touristen bot die parallel zur B54 verlaufende Durchgangsstraße ohne augenfällige soziale Kontrolle durch direkte Anwohner offenbar ideale Bedingungen.

Reichlich Müll landet neben den Containern.

Reichlich Müll landet neben den Containern. © Michael Wischkowski

Für Michael Wischkowski grenzt die Auflösung des Standorts allerdings an einen Schildbürgerstreich. Er wohnt in der Nähe des Ausweichstandorts Markhege/Auf der Knappule, einem von zwei verbliebenen in Wichlinghofen. „Bereits zwei Tage später quollen die Container am Standort Auf der Knappule sowohl im Glas- wie aber auch im Papierbereich über“, schreibt er und schickt Beweisfotos mit.

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Wischkowski versteht die Strategie nicht: „Mir kommt das so vor, als würde ein Verkehrsplaner sagen: ,An dieser Kreuzung passieren so viele Unfälle, deshalb schaffe ich die Ampel ab‘.“

Es könne nicht die Lösung des Problems sein, die Container flächendeckend abzubauen. „Wer nicht will, dass Müll, Papier und Glas in Grünflächen und am Wegesrand entsorgt werden, muss Container zur Entsorgung anbieten.“

Darum sind die Politik und Entsorgungsgesellschaft glaubhaft bemüht. „Wir suchen nach einem Ersatzstandort“, erklärt EDG-Sprecherin Petra Hartmann. Der müsse aber bestimmten Anforderungen genügen und mit dem Tiefbau- und Ordnungsamt abgestimmt werden. Entscheiden muss dann wiederum die Bezirksvertretung.

Bis dahin wird der Papiercontainer am Ausweichstandort nun drei statt zwei Mal wöchentlich geleert. Das könnte helfen. Michael Wischkowski ärgert sich aber auch darüber, dass es dort auch nach der Abfuhr nicht sauber ist, sondern „der gesamt Mist und Müll drum herum liegen bleibt“.

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Das habe mit der Logistik zu tun, sagt Petra Hartmann. Eine Tochtergesellschaft ist für die Leerung der Behälter zuständig. Die Fahrzeuge sind viel zu hoch, um den umliegenden Müll schnell noch mit der Hand einzuladen. Verunreinigungen und „Beistellungen“ würden aber der EDG gemeldet.

Die würden entweder im Zuge der regelmäßigen Reinigung oder durch gesonderte Einsätze entsorgt. „Größere Mengen Sperrmüll werden in der Regel innerhalb von 48 Stunden beseitigt“, so Petra Hartmann.

So funktioniert es übrigens auch, wenn Vermüllungen über die Plattform Dreckpetze oder unter Tel. (0231) 91 11 111 bei der EDG gemeldet werden.

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