Nach Angriff auf 14-Jährigen: Menschen am Clarenberg reagieren geschockt

mlzAttacke in der U-Bahn-Station

Die Menschen am Clarenberg reagieren geschockt auf die Tat zweier Jugendlicher, die in der U-Bahn-Station einen 14-Jährigen attackiert haben. Sie sagen: „Das passt hier gar nicht her.“

Dortmund

, 12.07.2019, 19:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Vater, der am Freitagnachmittag in der U-Bahn-Station Clarenberg auf die U41 wartet, traut seinen Ohren nicht. Bisher habe er nichts von der Attacke zweier Jugendlicher auf einen 14-Jährigen an dieser Haltestelle mitbekommen. Sie haben am Mittwochabend (10.7.) die Sachen des Dortmunders ins Gleisbett geworfen und ihn, als der hinterherkletterte, nicht mehr herausgelassen.

„Das ist ja übel“, sagt er empört, als er sich auf die Bank setzt und seine Tochter in der Karre zu sich heranzieht. Gleichzeitig zeigt er sich überrascht: „Hier am Clarenberg?“ Zwar wohne er nicht hier, aber seine Tochter ginge am Clarenberg zur Tagesmutter und er hole sie jeden Tag ab. „Ich habe noch nie etwas Negatives erlebt“, sagt er, obwohl er vom schlechten Image des Viertels wisse.

„Wie gemein. Zwei auf einen.“

„Man bekommt schon mit, dass die Jugendlichen nicht immer gut miteinander umgehen“, sagt eine Mutter mit Kind. Sie berichtet, dass sie am Bruchheck, also ganz nah an der Haltestelle, wohnt. „Aber Angst habe ich vor den jungen Leuten nicht. Sie sind eigentlich sehr nett und helfen mir mit dem Kinderwagen, wenn ich sie bitte.“ Von dem Vorfall in den Gleisen hat sie nichts gehört. Die Attacke findet sie schlimm. „Wie gemein. Zwei gegen einen“, sagt sie.

Ein Mitarbeiter vom Sicherheitsdienst unterhält sich mit einem U-Bahn-Fahrer, der vor Abfahrt Richtung Brechten noch ein bisschen Zeit hat. Ob die Haltestelle Clarenberg ein unsicheres Pflaster sei, vermögen sie nicht zu sagen. „Das würde sich doch rumsprechen, ich weiß von nichts“, sagt der Sicherheitsmann. Er wisse aber, dass das Einsatzgebiet Hörde im Allgemeinen unter den Kollegen nicht sehr beliebt sei. „Probleme mit Alkohol und auffällige Jugendliche“, nennt er die Gründe. Aber das beziehe er auf den Bahnhof.

Auch ein Trio des DSW-Service-Teams, das aus einer eintreffenden U-Bahn steigt, schüttelt die Köpfe: „Die Haltestelle ist nicht auffällig.“ Es gebe zwar viele jugendliche Gruppen hier, aber man könne nicht sagen, dass sie immer für Stress sorgen.

„Das passt hier gar nicht her“, sagt eine 15-Jährige, die die Rollentreppen zum Bahnsteig runterfährt. „Am Bahnhof wäre das was anderes, aber hier? Hier wohnen doch vor allem Familien, es ist eigentlich alles friedlich.“ Sie selbst wohne am Clarenberg, fühle sich sicher und sehr wohl. Die Tat der zwei Jugendlichen findet sie „einfach nur erschreckend“.