Die Grundschule Kleine Kielstraße ist die erste Dortmunder Schule, die nach den Ferien wegen einer Corona-Infektion schließen musste. © Thomas Thiel
Schule und Coronavirus

Nach Corona-Fall: Nordstadt-Grundschule schloss sich selbst

Es gibt neue Informationen zur ersten Corona-Schulschließung in Dortmund nach den Sommerferien: Das Gesundheitsamt hielt die Zwangspause für nicht notwendig. Das sah die Schulleitung anders.

Mit der Grundschule Kleine Kielstraße in der Nordstadt ist die erste Dortmunder Schule nach den Sommerferien wegen eines Corona-Falls geschlossen, mehrere Klassen anderer Einrichtungen sind nach wenigen Tagen Unterricht schon wieder zuhause. Die Verantwortlichen bei der Stadt Dortmund erwarten, dass weitere Fälle hinzukommen.

Schuldezernentin Daniela Schneckenburger sagte am Dienstag (18.8.): „Wir werden mit der Situation umgehen müssen, dass es immer wieder zu Infektionsfällen an Schulen kommt. Trotz dieser Lage muss möglichst viel an Unterricht möglich sein.“

Amtsleiter: „Wir nehmen nur diejenigen heraus, die engen Kontakt zu einem Infizierten hatten“

Gesundheitsamtsleiter Dr. Frank Renken erklärte in der Sitzung des Verwaltungsvorstands im Ratssaal das Vorgehen bei Infektionsfällen an Schulen. Es werde jeder Einzelfall angeschaut. „Wir nehmen nur diejenigen heraus, die engen Kontakt zu einem Infizierten hatten“, sagte Renken.

Die Schließung der Grundschule Kleine Kielstraße war laut Renken eine Entscheidung der Schulleitung, die über die Empfehlung des Gesundheitsamtes hinausging. Die Schule nahe des Borsigplatzes bleibt bis einschließlich 27. August geschlossen.

Entscheidung zur Schließung kam von Leitung der Grundschule Kleine Kielstraße

Das Gesundheitsamt habe mitgeteilt, dass der Infektionsschutz gewährleistet sei, wenn eine Klasse aus dem Unterricht genommen werde. Das empfand die Schulleitung laut Renken als nicht ausreichend. Sie habe argumentiert, dass nicht zweifelsfrei nachvollziehbar sei, welchen Kontakt es untereinander auf dem Schulhof oder außerhalb der Schulzeit gegeben habe.

Laut Dr. Frank Renken sei es möglich, dass Schulen auch über die Empfehlung des Gesundheitsamtes zum Infektionsschutz hinausgehen können. „Aber wir schließen nicht einfach ganze Schulen, um uns die Arbeit zu erleichtern“, sagt der Amtsleiter.

Viele Dortmunder Eltern sind verunsichert

Fakt ist: Viele Eltern und Lehrer fragen sich, wie es in den nächsten Wochen weitergeht. In Sozialen Netzwerken schildern mehrere Menschen ungeprüfte Eindrücke aus der Schul-Gegenwart in Dortmund.

Einzelne weisen darauf hin, dass Kinder und auch Lehrer trotz offener Testergebnisse weiter im Unterricht sind. Kinder sollen angewiesen worden sein, nicht zu sagen, dass sie in einem Risikogebiet im Urlaub waren.

Kind soll wegen Maske erbrochen haben

An anderer Stelle gibt es drastische Berichte über die Auswirkungen der Maskenpflicht, etwa von einem Kind, dass vor der Lehrerin erbrechen musste, weil es den ganzen Tag die Maske trug.

Für den Bereich der Kindertagesstätten teilte Dezernentin Daniela Schneckenburger mit, dass aktuell nur noch eine Kita-Gruppe in Dortmund geschlossen sei. Andere Verdachtsfälle hätten sich nicht bestätigt.

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Seit 2010 Redakteur in Dortmund, davor im Sport- und Nachrichtengeschäft im gesamten Ruhrgebiet aktiv, Studienabschluss an der Ruhr-Universität Bochum. Ohne Ressortgrenzen immer auf der Suche nach den großen und kleinen Dingen, die Dortmund zu der Stadt machen, die sie ist.
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Felix Guth

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