Nach Corona: Lütgendortmunder Dorffest könnte sofort stattfinden

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„Das Dorffest wird stattfinden“, sagt dessen Organisator Reinhard Sack. Weil aber ein Termin nicht absehbar ist, verfolgt er fürs Fest-Wochenende in Lütgendortmund eine ganz bestimmte Taktik.

Lütgendortmund

, 12.04.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Um ein Volksfest wie das Lütgendortmunder Dorffest zu organisieren, müssen viele Ehrenamtler viel investieren. Viel Zeit. Vor allem Reinhard Sack, der seit 38 Jahren die Veranstaltungen der Interessengemeinschaft Lütgendortmunder Vereine und Verbände (IGLVV) hauptverantwortlich organisiert.

Für das verlängerte Wochenende vom 7. bis 10. Mai war schon alles geplant. Die Bands, die Bühne, die Hotelzimmer für die Gäste aus dem Ausland und Busse, die alle nach Lütgendortmnd holen sollten. Dann kam das Kontaktverbot im Zuge der Corona-Bekämpfung.

Alle Teilnehmer auf Standby-Modus

Optimistisch, dass die Corona-Krise schnell vorbeizieht, investierte Sack wieder viel Zeit, um alle Arrangements auf das erste Juni-Wochenende zu verschieben. Doch auch dieses Datum ist nicht sicher. Deshalb hat Reinhard Sack jetzt eine neue Taktik entwickelt.

Er hat alle Beteiligten, die Hotels, die Busunternehmen, die Vereine, die Bands, die Gäste, quasi das ganz Dorf in eine Art Standby-Modus versetzt. „Wenn die Corona-Krise vorbei ist und wir grünes Licht bekommen, können wir das Dorffest innerhalb einer Woche auf die Beine stellen“, sagt Reinhard Sack.

Keine Konkurrenz zu anderen Veranstaltungen

Soll heißen, das Dorffest findet statt, eine Woche nach Ende der Kontakt-Beschränkungen. Zumindest, solange das noch im Sommer passiert.

Denn es gibt für Reinhard Sack eine selbst gezogene aber noch verdrängte Grenzlinie: „Im September und Oktober ballen sich schon so viele Veranstaltungen, da wollen wir niemandem in die Quere kommen.“

Eigentlich endet das Zeitfenster für das Dorffest sogar bereits eine Woche vor dem September. Denn dann hat bekanntlich die Bartholomäus-Kirmes an gleicher Stelle im „Dorf“ ihren festen Termin. Und „die Bartholomäus-Kirmes darf nicht ausfallen“, sagt Reinhard Sack.

Viele Besucher aus Unna

Mit der IGLVV wird es, egal was kommt, geregelt weitergehen. Die Jahreshauptversammlung fand im März noch vor der Kontaktsperre statt. „Wir konnten noch alles regeln und haben einen Vorstand für zwei Jahre“, berichtet Sack.

Der 72-Jährige will die Volksfeste nicht aus Eigennutz auf jeden Fall durchboxen, sondern weil er um die Bedeutung der Veranstaltungen für die Stammgäste weiß.

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Erst im vergangenen Jahr ist ihm das bei Gesprächen mit Besuchern des Martins-Marktes klar geworden, wie viele Menschen gerade aus Unna anreisen. „Die fahren mit der S4 direkt aus Unna nach Lütgendortmund rein.“ Das habe er vorher nicht so wahrgenommen.

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