Nach dem Notruf 112 kam die dicke Rechnung

mlzPrivater Rettungsdienst

Seit Jahresbeginn ist auch ein privater Dienstleister im regulären Rettungsdienst der Stadt im Einsatz. Und das sorgte für Abrechnungsprobleme. Jetzt sollen sie behoben sein.

Dortmund

, 05.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Man stelle sich vor, man alarmiert über 112 wegen eines Notfalls den Rettungsdienst - und bekommt anschließend eine dicke Rechnung. So ist es in den vergangenen Wochen mehreren Dortmundern ergangen. Mehrere Hundert Euro sollten sie zahlen.

Die Betroffenen hatten den Notruf gewählt – und waren dann vom privaten Reinoldus-Rettungsdienst mit Sitz in Eving versorgt worden statt von der Feuerwehr. Der ist seit dem 7. Januar in den städtischen Rettungsdienst einbezogen - immer dann, wenn die drei Fahrzeuge der Feuerwehr nicht verfügbar sind, , die in Lindenhorst und Kemminghausen stationiert sind.

Ausschlaggebend ist, dass die Retter, wie im Rettungsdienst-Bedarfsplan vorgegeben, innerhalb von acht Minuten nach der Alarmierung vor Ort sind, erklärt Feuerwehr-Sprecher André Lüddecke. Um das Ziel zu erreichen, wird dann bei Notfällen der Reinoldus-Rettungsdienst alarmiert, der im Gewerbepark Minister Stein stationiert ist – vorwiegend bei Notfällen im Raum Eving.

Das Problem: Zwischen dem privaten Dienstleister und den Krankenkassen gab es keine Vereinbarung über die Kostenübernahme. Deshalb wurden vom Reinoldus-Rettungsdienst in den vergangenen Wochen private Rechnungen an Patienten geschickt, die bei Notfällen tranportiert worden waren.

Auf Kompromiss verständigt

Inzwischen scheint das Problem aber gelöst zu sein: Man habe den Streit über die Vergütung von Leistungen der privaten Notfallrettung und des Krankentransportes beigelegt und sich auf einen umfassenden Kompromiss verständigt, teilt Peter Schroeter als Geschäftsführer des Reinoldus Rettungsdienstes mit. „Damit bestehen jetzt Klarheit und Sicherheit für alle Beteiligten, vor allem aber für die Patienten.“

Ab sofort würden keine Rechnungen mehr für die Versorgung an die betroffenen Patienten gestellt, versichert Schroeter. Zur Frage, wie mit bereits abgerechneten und bezahlten Transportleistungen umzugehen ist, führe man mit den Beteiligten noch Gespräche. In der Regel könnten die Patienten die Rechnungen bei ihren Krankenkassen einreichen.

Immer wieder juristische Auseinandersetzungen

Zwischen dem Reinoldus-Rettungsdienst und der Stadt war es in der Vergangenheit immer wieder zu juristischen Auseinandersetzungen gekommen. Der private Dienstleister hatte versucht, die Aufnahme in den Rettungsdienst-Bedarfsplan der Stadt einzuklagen.

Zuletzt hatte das städtische Bauordnungsamt die Nutzung eines ehemaligen Ladenlokals an der Ruhrallee als Rettungsstation untersagt. Der Reinoldus-Rettungsdienst nutzt nun sein Domizil im Gewerbegebiet Minister Stein auch als Ausgangspunkt für die Notfallretter.

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