Nach Fehlalarm: Migrations-Amt überprüft Dolmetscher

Evakuierung nach Übersetzungsfehler

Nach der teilweisen Evakuierung des Bundesamts für Migration an der Huckarder Straße überprüft die Behörde die Qualität ihrer Übersetzer. Ein Missverständnis zwischen einem Asylbewerber und einem Dolmetscher hatte dazu geführt, dass eine harmlose Sprühdose für einen chemischen Kampfstoff gehalten worden war.

DORTMUND

, 04.11.2014, 18:05 Uhr / Lesedauer: 1 min
Das Dekontaminations-Team untersuchte die verdächtige Flüssigkeit in Schutzanzügen.

Das Dekontaminations-Team untersuchte die verdächtige Flüssigkeit in Schutzanzügen.

am Montagvormittag ausgelöst hatte, behauptete in der Anhörung im Migrations-Amt, Nuklear-Chemiker zu sein. Als vermeintlichen Beweis hatte er eine weiße Sprühflasche mitgebracht, die angeblich ein Mittel gegen chemische Kampfstoffe enthalten sollte. Der Übersetzer verstand jedoch nur "chemische Kampfstoffe". Daraufhin wurde die Feuerwehr gerufen. Wie es zu dem Fehler kommen konnte, wird nun geprüft: Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge teilte am Dienstag auf Nachfrage unserer Redaktion mit, "dass zeitnah Gespräche mit der Person geführt werden, die die Anhörung übersetzt hat". Außerdem nehme man den Fehlalarm zum Anlass, "um im Rahmen der Qualitätssicherung die Übersetzungen in den Anhörungen zu untersuchen." Ob der verantwortliche Übersetzer bis dahin weiter bei Anhörungen dabei ist, konnte das Bundesamt am Dienstag nicht sagen.

Der serbische Asylbewerber muss derweil keine Konsequenzen fürchten. "Der Antrag [auf Asyl, die Redaktion] wird jetzt nach den geltenden Rechtsvorschriften geprüft", so das Bundesamt. Auch die Polizei ermittelt nicht. "Es war schließlich nur ein Missverständnis", so Polizeisprecher Kim Freigang. Die verdächtige Sprühflasche wurde dem Serben laut Polizei zurückgegeben.

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