Nach Frühstücksbuffet-Verbot sollen Experten vermitteln

Fabido-Kitas

Der städtische Kita-Betreiber Fabido hat Frühstücksbuffets in seinen Einrichtungen verboten. Als Grund wird eine neue EU-Verordnung genannt - obwohl andere Träger damit kein Problem haben. Darüber ärgern sich viele Eltern. Einige Betroffene hoffen jetzt auf Vermittlung durch die Verbraucherzentrale NRW.

DORTMUND

, 04.07.2015, 03:56 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ein gemeinsames, selbst zusammengestelltes Frühstück soll es in Fabido-Kitas nur noch in Ausnahmefällen geben.

Ein gemeinsames, selbst zusammengestelltes Frühstück soll es in Fabido-Kitas nur noch in Ausnahmefällen geben.

Als Grund für das Frühstücksbuffet-Verbot' tag=' wird von Fabido die EU-Verordnung angeführt, nach der alle Inhaltsstoffe von angebotenen Lebensmitteln mit Blick auf mögliche Allergene aufgelistet werden müssen. Die Dokumentationspflicht sei vom Kita-Personal nicht zu leisten, meint die Fabido-Leitung. Deshalb soll nun in allen Kitas die Selbstversorgung mit von zuhause mitgebrachten Butterbrotdosen gelten. Das zweite Frühstück liege grundsätzlich in der Verantwortung der Eltern, so Fabido-Geschäftsführer Arno Lohmann.

Die Bedenken in Sachen Dokumentationspflicht sind für die betroffenen Eltern allerdings nicht nachvollziehbar. Und die Eltern des Fabido-Familienzentrums Am Stuckenrodt in Scharnhorst sind nicht die einzigen, die sich über das Verbot ärgern. Die Verbraucherzentrale NRW habe in einem Ratgeber deutlich gemacht, wie eine Kennzeichnung mit geringem Aufwand möglich ist – zumal wenn, wie etwa in der Kita Humboldtstraße üblich, die Lebensmittel gebündelt und über Wochen identisch eingekauft werden, argumentiert Elternvertreter Tobias Scholz.

Experten sollen Lösung finden

Sein Vorschlag ist, ein gemeinsames Gespräch von Elternvertretern und Fabido-Leitung mit Experten der Verbraucherzentrale zu arrangieren, die dazu laut Scholz gern bereit wären. Hier könnte nach Lösungen gesucht werden, die bisherigen Frühstücks-Angebote fortzuführen. „Wir stehen selbstverständlich gerne für ein konstruktives Gespräch mit den Eltern und der Verbraucherzentrale zur Verfügung“, erklärte Lohmann auf Anfrage.

Ebenfalls auf Unverständnis stößt bei den Eltern der Hinweis Lohmanns in einem Brief, wie verantwortungsvoll die Eltern der Aufgabe, den Kindern ein Frühstück mitzugeben, nachkommen. Süffisant verweist Scholz auf Aussagen Lohmanns im Fabido-Betriebsausschuss im April. Dort schilderte der Fabido-Chef laut Protokoll, dass „der Inhalt der Butterbrotdose zum Ende des Monates bei einigen Kindern abnimmt oder aber auch nicht unbedingt gesundes Essen mitgegeben wird“.

Die Konsequenz: Die Fabido-Kitas bekommen nun mehr Geld für Lebensmittel, um Kindern als zweites Frühstück Müsli anbieten zu können. 

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