Nach Gerichtsurteil: Verkaufsoffene Sonntage wackeln

Stadt überlegt neu

Die letzten zwei verkaufsoffenen Sonntage in diesem Jahr, am 6. November zum Hansemarkt und am 4. Dezember zum Weihnachtsmarkt, könnten noch kippen. Nachdem das Verwaltungsgericht in Münster am vergangenen Dienstag zum fünften Mal einen verkaufsoffenen Sonntag in Münster verboten hat, denkt man bei der Stadtverwaltung neu nach.

DORTMUND

, 22.10.2016, 02:33 Uhr / Lesedauer: 1 min
Nicht nur zur Weihnachtszeit: Wenn verkaufsoffener Sonntag ist, wird es auf Westen- und Ostenhellweg in der City in der Regel sehr voll.

Nicht nur zur Weihnachtszeit: Wenn verkaufsoffener Sonntag ist, wird es auf Westen- und Ostenhellweg in der City in der Regel sehr voll.

Zumal die „Allianz für den freien Sonntag“, die aus den beiden großen Kirchen und der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi besteht, in einem Schreiben an Oberbürgermeister Ullrich Sierau sowie alle anderen Bürgermeister und Landräte in NRW auf die Rechtslage zur Sonntagsöffnung im Einzelhandel hingewiesen hat. Man behalte sich weiter vor, „den verfassungsrechtlich vorgegebenen Schutz der Sonn- und Feiertage gerichtlich durchzusetzen“, heißt es in dem Schreiben an die Stadtspitzen.

Das Verwaltungsgericht Münster hat wiederholt klargestellt, dass ein verkaufsoffener Sonntag einen echten Anlass haben muss. Die Stadt sei zurzeit in Abstimmungsgesprächen, wie sie damit umgehe, teilte Stadtsprecherin Heike Thelen auf Nachfrage mit.

Dirk Rutenhofer, Vorsitzender des Cityrings, der Gemeinschaft aktiver Innenstadt-Kaufleute, erklärte: „Generell nehmen wir die neuerliche Rechtsprechung zur Kenntnis. Die Dinge sind, wie sie sind.“ Doch der Cityring fände es schade, wenn die noch zwei verkaufsoffenen Sonntage in diesem Jahr gekippt würden. Rutenhofer: „Wir haben uns auf die Ladenöffnung eingestellt.“

In Dortmund seien Hanse- und Weihnachtsmarkt historisch gewachsen, führt der Cityring-Vorsitzende an. Die verkaufsoffenen Sonntage seien zudem im Dortmunder Konsens zwischen Stadt, Kirche, Handel und Gewerkschaft vereinbart und vom Rat beschlossen worden. Werde der verkaufsoffene Sonntag gekippt, sei das ein weiterer Sieg fürs Internet. Das sei jeden Tag verkaufsoffen, so Rutenhofer: „Wir müssen abwarten, was passiert.“

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