Tiktok-Video warnt vor Öl im Wasser: Ist das Dortmunder Trinkwasser doch nicht unbedenklich? © picture alliance/dpa (Symbolbild)
Trinkwasser in Dortmund

Nach Hochwasser: Dortmunderin warnt auf Tiktok vor Öl im Leitungswasser

In einem fast 14.000 mal gelikten Video wird vor Öl im Trinkwasser in Dortmund gewarnt, obwohl die DEW21 vor weniger Tagen noch Entwarnung gab. Was ist dran an den Behauptungen auf der Plattform TikTok?

Die TikTok-Userin gab nach Erscheinen dieses Artikels gegenüber unserer Redaktion an, dass die von ihr geteilten Clips von einem Freund auf Werne stammen würden. Sie wollte warnen, weil ihr Hund durch ihr Leitungswasser krank geworden sei. Sie hat die Videos mittlerweile auf privat gestellt.

„Alle Leute, die aus NRW kommen – trinkt bloß kein Leitungswasser!“, dazu ein dramatisch klingendes Piano-Stück. So beginnt ein Video auf der Plattform Tiktok, welches am Sonntag (18. Juli) hochgeladen wurde.

Die Userin „rottiamy“ warnt in diesem Video vor Öl im Leitungswasser. Als Beweis filmt sie eine Schale, gefüllt mit Wasser, auf der Oberfläche ist ein schimmernder Ölfilm zu erkennen. Sie komme aus Dortmund, es sei „überall Öl in der Leitung“, ihr Hund habe sich deshalb den Magen verdorben.

Rund 14.000 Likes hat das Video einen Tag später bekommen, über 1000 Mal ist es kommentiert worden. In den Kommentaren wird vermutet, dass das Leitungswasser durch das von Unwettertief „Bernd“ verursachte Hochwasser doch verunreinigt wurde – obwohl der Dortmunder Wasserversorger DEW21/Donetz noch am Freitag (16. Juli) Entwarnung gab.

Öl im Trinkwasser?

„rottiamy“ wird deshalb in den Kommentaren auch „Panikmache“ vorgeworfen. Deshalb hat die Userin ein weiteres Tiktok-Video hochgeladen: Ohne Schnitt hält sie einen roten Kochlöffel unter den Wasserhahn in ihrer Küche, hält ihn zum Fenster und siehe da – ein Ölfilm. Die Warnung sei „nur gut gemeint“ gewesen, ihrem Hund „ging es richtig dreckig“.

Müssen sich die Menschen in Dortmund nun doch Sorgen machen? Donetz kann erneut beruhigen: „Das Trinkwasser ist einwandfrei, an dem Wassernetz kann es nicht liegen“, erklärt Sprecherin Gabi Dobovisek. In dem in sich geschlossenen Netz seien keine Ölrückstände zu erkennen. Falls durch das Hochwasser Öl in das Grundwasser gekommen sein sollte, wäre dies rausgefiltert worden, bevor es aus den Wasserhähnen kommt.

Alles gesundheitlich unbedenklich

Donetz vermutet, dass es sich dabei um einen Schaden in dem Haus von „rottiamy“ handeln muss. Die Userin berichtet in den Kommentarspalten ihrer Videos auch davon, dass die ganzen Keller in ihrer Straße vollgelaufen seien und deshalb Heizöl in den Leitungen sei.

Um auf Nummer sicher zu gehen, wird laut Donetz-Sprecherin Dobovisek das Dortmunder Trinkwasser wegen des Hochwasser derzeit „noch zwei, drei Tage lang“ zur Sicherheit zusätzlich zur üblichen UV-Desinfektion mit Chlor desinfiziert.

Auf Instagram hat unsere Redaktion eine Nachricht erhalten, dass man das Chlor im Leitungswasser schmecken könnte. Tatsächlich kann das in Einzelfällen der Fall sein, so Dobovisek. Das sei aber gesundheitlich unbedenklich. Übrigens genauso wie die Schwebstoffe, die ebenfalls wegen des Hochwassers im Leitungswasser sein können – dabei handele es sich um „natürliche mineralische Sedimente oder Kalk“.

Unsere Redaktion hat übrigens einen Mini-Feldversuch gestartet: Das Leitungswasser in den quer durch Dortmund verteilten Home-Offices war überall einwandfrei.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
1990 im Emsland geboren und dort aufgewachsen. Zum Studium nach Dortmund gezogen. Seit 2019 bei den Ruhr Nachrichten. Findet gerade in Zeiten von Fake News intensiv recherchierten Journalismus wichtig. Schreibt am liebsten über Soziales, Politik, Musik, Menschen und ihre Geschichten.
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Robin Albers

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