Nach Massenschlägerei: Polizei beendet strategische Fahndung in der Nordstadt

Polizei zieht Bilanz

Nach der Massenschlägerei in der Nordstadt an Pfingsten hatte der Polizeipräsident eine strategische Fahndung von mehreren Wochen angeordnet. Jetzt ist sie beendet. Die Polizei zieht Bilanz.

Dortmund

17.07.2019, 10:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Polizei hat am Freitag (12. Juli) die strategische Fahndung in der Dortmunder Nordstadt beendet. Anlass für diese Fahndungsmethode war eine Massenschlägerei am Pfingstmontag (10. Juni) am Schleswiger Platz. Anwohner berichteten von Szenen wie im Krieg: Rund 80 Menschen haben sich am Pfingstmontag in der Schleswiger Straße eine Massenschlägerei geliefert. Die Polizei stellte danach mehrere Schlag- und Stichwaffen sicher, darunter auch einen Morgenstern und eine Machete, auf der Straße brannten Molotowcocktails.

Zum gegenwärtigen Stand der Ermittlungen geht die Polizei davon aus, dass ein Streit im Drogenmilieu Ursache für die Schlägerei war. Wie die Polizei mitteilt, war dem Geschehen ein Streit am Vorabend am Schleswiger Platz vorausgegangen. Dabei sollen drei Syrer auf einen Rumänen eingetreten und -geschlagen haben. Einen Tag später, am Nachmittag des Pfingstmontag, wurde die Auseinandersetzung in größerer Personenzahl und stärkerer Bewaffnung fortgesetzt. Durch schnelles Einschreiten konnte die Polizei Schlimmeres verhindern.

Im Fokus der sofort eingesetzten Ermittlungskommission „Schleswig“ stehen derzeit neun Tatverdächtige. Die Polizei hat mehrere Tatwaffen und Mobiltelefone sichergestellt. An der Auswertung der Spuren ist auch das Landeskriminalamt beteiligt. Die Ermittlungen laufen noch.

Kurz nach den Ereignissen rund um den Schleswiger Platz ordnete Dortmunds Polizeipräsident Gregor Lange die strategische Fahndung an. Sie ist ein seit Anfang 2019 im NRW-Polizeigesetz verankertes Instrument, um Straftaten von erheblicher Bedeutung verhüten zu können. Die Polizei darf dabei ohne konkreten Verdacht Personen und Fahrzeuge anhalten und mitgeführte Gegenstände in Augenschein nehmen. Kritiker warnen bei dieser Fahndungsmethode vor „Racial Profiling“.

In dem auf vier Wochen begrenzten Sondereinsatz wurden insgesamt 1723 Personen an 506 Kontrollorten überprüft. Ein Auszug aus den Ergebnissen:

  • 21 Haftbefehle
  • 187 Strafanzeigen
  • 98 Ordnungswidrigkeitenanzeigen
  • 128 Verkehrsdelikte

„Wir sind bereits am ersten Tag der strategischen Fahndung entschieden gegen potenzielle Kriminelle vorgegangen, damit sich die für das Wohnquartier am Schleswiger Platz schädlichen Strukturen nicht verfestigen“, sagt Polizeipräsident Gregor Lange. Auch wenn die strategische Fahndung jetzt beendet ist, lasse die Polizei nicht locker und arbeite daran, die Fortschritte bei der Kriminalitätsbekämpfung in der Nordstadt fortzusetzen.

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